Auszeit an der Theke, Theke in der Auszeit

Auszeit – Theken-Philosophie bei guter Mucke

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Eine der besten Kneipen der Neustadt, oder auch in ganz Bremen, ist die Auszeit. Und der schönste Platz befindet sich mal wieder an der Theke. Schummrig, gemütlich, verraucht – eine Spelunke. Der richtige Platz für Freizeit-Philosophen!?

Rock’n’Roll auf der Couch, Kickern in der Cherie Bar, Abhängen an der Theke …

… es gibt eine Menge Optionen, den Abend in dieser kleinen Kneipe zu verbringen. Mir ist die Theke der liebste Ort. Als Nichtraucher tut man gut daran, einigermaßen früh zu kommen, und dann so lange zu bleiben, bis man nach Luft schnappen muss.

Wenn man Glück hat legt ein DJ Musik auf. „Punk’n’Roll“ schreibt die Auszeit selbst, so kann man die Haupt-Musikrichtung wohl gut zusammenfassen. Aber die DJs nehmen auch andere Stilrichtungen auf, ich habe musikalisch schon viel Neues entdeckt. Die Musik und das schummrige Licht, das auch mal einen schlechten Teint unkenntlich macht, machen die Auszeit für mich aus. Und eine sehr entspannte Stimmung.

Mit dem Rollstuhl kommt man im Lokal nicht klar, aber es ist fast ebenerdig, so dass es mit einer „einfachen mobilen Einschränkung“ gut zugänglich ist.

Wie immer ist es schwer schöne Bilder zu machen, wenn man Menschen nicht erkennen soll und mit einer Mini-Kamera hantiert. Aber was soll’s, dann schaut doch selbst vorbei wenn ihr sehen wollt, wie das Ganze „in scharf“ aussieht. Und gönnt euch ein Jever vom Fass, Alternativen gibt es aus der Flasche. Eine große Bremer Marke ist aber glaube ich nicht dabei, oder neuerdings doch?

Die Auszeit - gemütlich und verr(a)ucht
Die Auszeit – gemütlich und verr(a)ucht

Theken-Philosophie über Bremer Bier

Ahoi 69

Auch in der Auszeit gibt es nun das Bremer Bier „Ahoi 69„. (Noch) keine große Marke, aber ein richtig cooles Design. Heimathafen dieses Pilseners ist Bremen, ob aber alles komplett in Bremen gebraut und abgefüllt wird, das weiß ich nicht. Olaf und ich fingen, als wir das Angebotsschild sahen, mit einer augiebigen Diskussion an.

Oft ist es so, dass kleine Brauereien sich bei größeren mangels eigener (sehr teurer) Gerätschaften einmieten, um nach eigenem Rezept produzieren zu lassen. Kuckucksbrauer, oder neudeutsch Gypsy Brewer, nennt man diese. So macht es derzeit auch noch die Bremer Braumanufaktur mit dem Hopfenfänger. Dafür wird mit Bremer Hopfen von der Gemüsewerft gebraut, und das Ziel ist eine Produktion in Bremen. Grebhahn braut derzeit noch im Schnoor mit kleinen Gerätschaften, dafür auch in kleinerer Menge. Ohne Etikett ist es günstiger, denn das ist Handarbeit. Aufgeschnappt habe ich, dass es hier Planungen in eine andere Richtung gibt, aber weiterhin in Bremen. Die neue Union Brauerei produziert in Bremen-Walle, füllt hier auch ab und schenkt in der eigenen Gaststätte aus. Das schafft vor Ort nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Identifikation. Seit das Hemelinger nicht mehr bei Beck’s gebraut wird produziert man auch in Niedersachsen. Und Ahlers sitzt in Achim. Hemelingen steht drauf, Bremen ist es nicht, aber immerhin regional. Im ganz großen Stil stellt sich die Frage natürlich bei Beck’s. Der Bremer Schlüssel ist auch auf dem Etikett, wenn das Bier am anderen Ende der Welt gebraut wurde. Aber immer noch besser, als wäre der Hinweis auf Bremen eines Tages verschwunden.

Ab wann darf man also sagen, dass das Bier ein Bremer Bier ist?

Darf man nur als Bremer Tagenbaren extern produzieren lassen, hängt es also mit der Person zusammen? Oder darf sich ein „Zugereister“ auch als Bremer Brauer verstehen, wenn er sich hier verankert fühlt? Müssen einfach die Rezepte und Ideen in den Landesgrenzen entwickelt werden, hängt es also am Ort der Kreativleistung? Oder muss der Firmenstandort in Bremen sein – ist es demnach auch eine steuerliche Frage?

Ich glaube, wichtig ist vor allem dass man sich mit Bremen identifiziert, sich hier wohlfühlt. Das ist die emotionale Seite. Auch relevant ist für mich, dass man mit dem Firmenstandort in Bremen der weniger rosigen Haushaltslage der Stadt begegnet, so gut man eben kann. Das ist die wirtschaftliche Seite. Und wer die Produktion nicht in Bremen finanzieren oder seine Rohstoffe nicht aus Bremen beziehen kann, dem kann man das nicht vorwerfen. Aber das Ziel, das sollte natürlich jeder überzeugte Bremer Brauer haben. 🙂 So hoffen wir auch für unser rein privates Möckernbräu, dass es im nächsten Jahr wieder eine Hopfenernte im eigenen Garten gibt. Regionaler geht’s nicht.

Über eure Meinung zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen. Über die Kommentarfunktion, oder am Auszeit-Tresen!

Auszeit Rock'n'Roll Couchclub in der Neustadt Bremen
Auszeit Rock’n’Roll Couchclub in der Neustadt Bremen

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