Experimente mit Korn, Jann und Treber

Experimente mit Korn, Jann und Treber

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Das Ale-Experiment war schon eine Weile abgeschlossen, da kribbelte es Olaf wieder in den Fingern. Oder im Bauch. Ein weiteres Experiment stand an: Ein Bier mit Roggenanteil und Haferzugabe. Weil solch ein Experiment eine gewisse Gefahr barg nicht zu funktionieren, wurde Jann’s persönlicher Sud eben eine Woche später angesetzt. Denn der war versprochen.

Möckernbräu 3Korn – 68Gerste 25Roggen 7Hafer

Das 3Korn nach etwa 2 Wochen
Das 3Korn nach etwa 2 Wochen

Da ich – auch wenn das Ale sehr gut war – spritziges Bier mit schönem feinem Schaum bevorzuge, schien die Beigabe von Roggen und Hafer perfekt zu sein. Jedenfalls war es so im Internet zu lesen – und das Web sollte Recht behalten. Der Treber sah richtig schleimig aus, was mich irritiert hätte wäre das nicht angekündigt gewesen. Eigentlich wollte ich erstmals mit dem Treber Brot backen, aber da ich kein Schleimbrot mag habe ich das lieber vertagt. Zudem wurde beim Equipment aufgerüstet – Läuterbottich und Gärgefäß bestehen nun aus Edelstahl und sehen richtig gut aus.

Nach etwa 2 Wochen gab es eine Zwischenverkostung zusammen mit lieben Freunden in der Ferienwohnung. Und wie ihr unten seht: Olaf war Stolz wie Bolle. Und er hatte allen Grund dazu. Schon nach 2 Wochen merkte man, dass das ein Meisterwerk werden würde. Später zeigte sich, dass der angenehm intensive und fruchtige Geschmack noch runder werden würde. Einfach nur lecker!

 

Jann und Olaf bei der Vor-Verkostung nach 2 Wochen
Jann und Olaf bei der Vor-Verkostung nach 2 Wochen

„Strammer Jann“ – fruchtig feines Gebräu

Als wir mit unserem Freund Jann das Bier gebraut haben stand der Name für uns schon fest. Nicht, weil Jann ständig stramm ist, aber weil sich das einfach gut anhört.

Beim Brauen schien der Sud dann aber tatsächlich sehr stark zu werden, zumindest roch er so. Olaf und ich dachten, dass dem Namen alle Ehre gemacht wird. Dem Namen, von dem Jann noch gar nichts wusste.

2 Wochen später überraschten wir ihn damit vor einer Fußball-Übertragung. Eine Flasche für fünf Freunde, das musste reichen, denn wir saßen im Vivaldi. Hiermit vielen Dank an die Wirtin, dass wir das durften, denn normalerweise bringt man sein Bier nun mal nicht selbst mit.

Die kräftigen Aromen, die beim Brauen in der Nase kitzelten, waren nicht mehr zu schmecken. Es hat sich ein sehr leckeres fruchtiges Bier entwickelt, das nicht ganz so intensiv und sämig wie das 3Korn war und einigen daher besonders gefallen hat. Aber, sorry Jann, mein Favorit von allen bisher gebrauten Suden heißt 3Korn. Olafs auch.

Die Kiste wurde gut 5 Wochen nach dem Brautag gemeinschaftlich mit Jann und weiteren Freunden vernichtet. Auch da zeigte sich, dass sich Geduld auszahlt, der Geschmack war noch besser als nach 2 Wochen.

Das Beitragsfoto oben habe ich übrigens vom Bier – nach rund 5 Wochen – aus den letzten Flaschen gemacht, da sind ein wenig mehr Trübstoffe drin. Und weil ich so pfiffig war die Gläser zu vertauschen -> seht ihr die Pfeile. Neu machen ging ja nun nicht mehr.

Treber-Verarbeitung in Brot, Haferkeksen und Pralinen
Treber-Verarbeitung in Brot, Haferkeksen und Pralinen

Backwaren und Confiserie mit Treber

Immer, wenn Massen an Treber weggeschmissen wurden und ich mich an kein Schwein in der Gegend erinnerte das ich damit beglücken konnte, überlegte ich: Was kann man aus dem eiweißreichen gesunden Rohstoff noch machen? Nachdem Jann und Olaf mit dem Brauen fertig waren habe ich die Küche in Beschlag genommen und allerhand ausprobiert.

Bei der Recherche findet man immer wieder Treberbrot. Ich habe eins mit Honig und eins ohne gemacht. Beide Brote waren extrem mächtig, das mit Honig gefiel mir besser da es etwas dunkler war und mehr Geschmack hatte. Dennoch dachte ich mir, dass ich dem Brot beim nächsten Mal insgesamt mehr Geschmack geben muss. Wie mir das gelungen ist, das lest ihr in meinem nächsten Artikel.

Experiment Nummer zwei waren abgewandelte Haferkekse. Leider finde ich den Link zum Rezept nicht mehr. Die Kekse waren lecker, aber, um ehrlich zu sein, die Original-Variante ohne Treber, die ich als Referenz gebacken habe, schmeckte mir besser.

Experiment Nummer drei waren Werder-Pralinen mit viel Zartbitter-Schokolade, und darin Treber, Hafer und teilweise Nüsse. Hm, na ja. Ist schon blöd wenn man sich die Treberreste aus den Zähnen pult, während die Schokolade zart schmilzt.

Fazit: Es lohnt sich durchaus, das Brot zu optimieren. Aber Süßspeisen mit Treber braucht man nicht wirklich.

Daten und Fakten

Brautag 22. März 2015 „3Korn“

  • Malz: Bohemian Pilsener Malz, Roggenmalz
  • Hopfen: Sladek (Pellets), Saazer (Pellets)
  • Hefe: Mangrove Jack’s Bavarian Wheat (obergärige Trockenhefe)
  • Sonstiges: Hafer Rohfrucht
  • Ergebnis: sehr fruchtig und sämig, angenehm kräftig, schöner Schaum, man hat „ein Maul voll Bier“

Brautag 29. März 2015 „Strammer Jann“

  • Malz: Bohemian Pilsener Malz, Optic Pale Ale Malz
  • Hopfen: Bramling Cross (Pellets), Saazer (Pellets)
  • Hefe: Mangrove Jack’s M10 Workhouse (obergärige Trockenhefe)
  • Ergebnis: fruchtig, sämig, schöner Schaum, Biskuit-Note

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