Irland – Wandern auf dem Burren Way

Irland – Wandern auf dem Burren Way

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Der Burren – wo ist das denn? Na, sozusagen im mittleren Westen von Irland, am Wild Atlantic Way, mit dem Black Head in seinem nördlichen Teil. Oliver Cromwell soll die Gegend mal so beschrieben haben: „Kein Baum, an dem man einen Mann aufhängen, kein Tümpel, worin man ihn ersäufen, keine Erde, in der man ihn verscharren könnte.“ Stimmt, genau so ist es dort. Diese karge Landschaft hat aber einen ganz besonderen Reiz, dem wir bei einer dreitägigen Wanderung und dem Aufenthalt in Galway nahezu erlegen sind.

Galway – Start und Ziel der Wanderung

Tidy Towns
Tidy Towns

Galway ist ein kleines Studenten-Städtchen im Westen Irlands, das Zentrum der Region. Von Dublin kommt man mit dem Express-Bus in 2,5 Stunden dorthin, der Busbahnhof liegt mitten in der Stadt.

Galway ist überschaubar, hat dafür aber jede Menge Einkaufsmöglicheiten, und auch eine gute Auswahl an Pubs. Viele Geschäfte sind sonntags geöffnet, was uns bei der Ankunft sehr gefreut hat. Ansonsten gibt es direkt in der Stadt wenige Sehenswürdigkeiten, was den Aufenthalt entspannt macht.

Bei der Tidy Towns Competetion hat Galway wohl auch mal gewonnen. Aufgefallen ist mir allgemein im Urlaub, dass Irland sehr sauber ist. Zurück in der Bremer Neustadt sah es da anders aus. Ganz klar: Daumen hoch!

Shopping-Paradies in Galway
Shopping-Paradies in Galway

Von der Wolfe Tone Bridge schaut man auf den Fluss Corrib und in Richtung Kathedrale.

Galway - Blick auf die Kathedrale
Galway – Blick auf die Kathedrale

Die Kathedrale wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts gebaut. Als ich sie besichtigte, war der Pfingst-Gottesdienst noch in vollem Gange, das war eine schöne Atmosphäre. Erst danach habe ich mich natürlich umgeschaut, und ich muss sagen: Ein Besuch lohnt sich sehr.

Kathedrale von Galway
Kathedrale von Galway

Am Hafen von Galway ist nicht viel los. Highlight für viele sind die Schwäne, die sich auch auf dem Fluss Corrib tummeln. Hier befinden sie sich direkt am Spanish Arch beziehungsweise am Rest der Stadtmauer. Auf der Seite, wo die alten Schiffe liegen, kann man weiter nach Galway Bay laufen.

Hafen von Galway
Hafen von Galway

Ich liebe ja die alten Friedhöfe. Nachdem ich auf der Wanderung keine gesehen habe, musste ich beim zweiten Aufenthalt in Galway, also auf der Rücktour, unbedingt danach suchen. Die gewünschten Bilder ergaben sich aber nicht. Dennoch ist ein Besuch des Forthyll Cemetary (Bild mit der Rose) nahe am Hafen zu empfehlen. Er ist skurril, in seiner Umgebung eingezwängt. Etwas vermüllt, was hier und da ganz besondere Bilder zulassen würde. Insgesamt also: speziell. Der große Friedhof rechts heißt Bohermore Cemetary. Der Weg dahin lohnt nach meinem Ermessen nicht. Warum ich den Asphalt aufgenommen habe? Auffällig ist in Irland, dass man wohl Asphalt liebt. Dazu später mehr …

Friedhöfe in Galway
Friedhöfe in Galway

Meine Tipps für die Einkehr: Gleich am Busbahnhof befindet sich das Jungle Café. Das ist wirklich nett. Und abends haben wir zwei Bars von der Galway Brewery ausprobiert: Die Oslo Bar befindet sich fast am Strand von Galway. Auf dem Spaziergang dorthin sind wir auch an der Pier mit dem Leuchtturm entlang gekommen. Die Bar ist die erste der Brauerei, und immer noch das Flaggschiff. Die Salt House Bar liegt mitten in der Stadt, und ist sehr viel kleiner.

Mein Lieblingsbier auf der Reise wurde das Chocolate Milk Stout „Buried at Sea“. Es hat mich dazu inspiriert, auch mal ein Milk Stout zu brauen. Aber auch die anderen Sorten bestachen durch eine hohe Drinkability und den vergleichsweise geringen Alkoholgehalt. Cheers to Craft Beers!

Highlights: Jungle Cafe und Oslo Bar
Highlights: Jungle Cafe und Oslo Bar

Mit einem Blick auf Pier, Leuchtturm (na, findet ihr ihn?) und Blumen geht der Bericht über die Wandertour nun los. Den Zusatzkoffer haben wir im Gästehaus deponiert, in dem wir auf der Rückfahrt wieder übernachteten. Die nächsten Tage trugen wir das komplette Gepäck für drei Wandertage. Das erste Mal in meinem Leben, aber kein Problem. Auf zum Busbahnhof, auf dem Wild Atlantic Way nach Ballyvaughan.

Galway Bay
Galway Bay

Wandertag 1: Von Ballyvaughan nach Fanore

Der Aufenthalt in Ballyvaughan war nur nötig, weil unsere erste Etappe auch die längste sein würde. Wären wir direkt nach der Busfahrt losgelaufen, dann wäre uns das zu spät geworden. In der Wild Atlantic Lodge kann man wirklich gut übernachten, und auch einen Absacker an der Bar genießen.

Direkt an der Pier befindet sich das Fischlokal Monks. Da mir eine vegetarische Gemüsesuppe nicht reichte, die neben Chips meistens die hauptsächliche Ausbeute für Vegetarier darstellt, habe ich eine Ausnahme gemacht und Fish & Chips bestellt. Seit Ewigkeiten habe ich keinen Fisch mehr gegessen, und wenn nicht hier, wo dann? Solche Ausnahmen mache ich hin und wieder im Urlaub, um traditionelle Gerichte der Region zu probieren. Der Fisch war gut, aber ich vermisse ihn auch nicht.

Am Pier von Ballyvaughan
Am Pier von Ballyvaughan
Burren Way und Wood Loop
Burren Way und Wood Loop

Gleich morgens ging es los. Direkt hinterm Burren Way-Schild und der Regenwarnung fing er an, der Regen. Auf der Schafweide. Tja, da dachte ich noch: Schafe werde ich genug sehen, meine Kamera muss ich doch nicht im Regen rausholen. Dass das ein Fehler war, würde ich erst später merken.

Der erste Teil des Burren Way verlief auf dem Wood Loop. Er war richtig schön, Bäume würden künftig zur Mangelware werden. Irland wurde in früheren Zeiten massiv abgeholzt, wenn ich es richtig gehört habe sind von früher 70 Prozent Waldbestand nur noch 7 Prozent übrig. Aber in dieser steinigen Region des Burren gab es wohl noch nie viele Bäume, denke ich. Und außer einem Salatfeld bei Kinvara habe ich kein zweites gesehen. Wo kommen Obst, Gemüse und Getreide her? Und die frühere Hauptnahrung, die Kartoffeln? Ich sah praktisch nur Kühe.

Bei Regen über die Schafweide in den Wald
Bei Regen über die Schafweide in den Wald

Kurz hinter dem Waldstück kam die Sonne raus, endlich. Der Weg bis etwa Kilometer 5 der Wanderung war unspektakulär, auf Asphaltstraßen laufe ich nicht gerne. Wer diesen Turm des Burren College of Art sieht, der sollte die offen zugängliche Toilette nutzen. Die letzte Chance vor dem langen Marsch.

Nach dem Regen Wanderung auf Asphalt
Nach dem Regen Wanderung auf Asphalt

Irgendwann verließen wir den Burren Way, und wanderten auf dem Black Head Loop. Ich meine, dieser gehört nicht zur offiziellen Strecke, oder er stellt eine Variante dar. Sobald es wieder Richtung Norden und Meer geht, wird die Strecke richtig karg, aber auch richtig schön. Hier merkte ich erst, dass sich die Wanderung wirklich lohnt.

Das Meer war hier noch nicht zu sehen, aber die Hügel des Burren, die zur Kalksteinküste gehören.

Nun wird es richtig schön ...
Nun wird es richtig schön …

Wir sahen kilometerlang keine Menschenseele, absolute Ruhe. Nur der Wind pfiff, und zwischendurch regnete es wieder. Aber nicht lange. Richtung Atlantik ging es ein Stück bergauf. Eine traumhafte Tour.

Auf dem Weg zum Black Head
Auf dem Weg zum Black Head

Geschafft, das Meer war in Sicht. Am eindrucksvollsten sieht man diesen Moment oben im Beitragsbild. Weiter gewandert wurde oben, unten verläuft der Wild Atlantic Way. Den hört man aber nie, man sieht ihn nur selten. Dabei ist man nur ein paar Höhenmeter getrennt.

Endlich - das Meer!
Endlich – das Meer!

Wir gönnten uns nur eine kurze Pause. Der Wind war enorm, daher mein vermummtes Auftreten. Aber die Regenhose konnte endlich ausgezogen werden.

Pause in Sonne und Wind
Pause in Sonne und Wind

Überraschend wurde es auf dem nächsten Stück wärmer und eine ungeahnte Pflanzenwelt zeigte sich, die man von der Straße unten nicht vermutet.

Bergiger Loop mit viel Flora
Bergiger Loop mit viel Flora

Der Weg zwischen Steinmauer und Flora ist eng, und oft pieksig. Lange Hose und langes Shirt sind von Vorteil. Ein Mädel von den ungefähr acht WanderInnen, die uns auf diesem Stück begegneten, machte mit ihrem T-Shirt ein etwas unentspanntes Gesicht. Dieser Berg wird der Gleninagh Mountain gewesen sein.

Wanderpfad zwischen Hang und Steinen
Wanderpfad zwischen Hang und Steinen

Dann ging es weiter um den Doughbranneen herum, die Karst-Landschaft wurde wieder karger, der Weg offener. Herrlich. Die Wanderung war wirklich abwechslungsreicher als erwartet.

Was wir von hier oben nicht sahen, das war der berühmte Leuchtturm am Black Head. Wir vergaßen auch, danach Ausschau zu halten. Ein Bild aus dem Busfenster findet ihr ganz unten in diesem Beitrag. Ebenso haben wir das Fort nicht gesehen. Was ich auf jeden Fall erwartet hatte war, auf den Steinen am Meer zu wandern, die ihr hier seht. Aber wir waren oben, die Steinplatten am Wasser unten, unsere Reisevorbereitung wohl nicht optimal. Da wären wir so einfach nicht hingekommen, und das hätte auch zu viel Zeit gekostet. Mein Tipp: Von Fanore Beach aus gibt es Wanderwege, die über diese Flächen führen, oder auch hoch zum Fort. Als Rund-Wanderweg ist das bestimmt toll.

Die Landschaft am Black Head öffnet sich
Die Landschaft am Black Head öffnet sich

Aufpassen musste man nun auf die Hinterlassenschaften der Kühe, die es im Gegensatz zu uns durchaus schafften, den Hügel nach unten zu kraxeln, um an das saftige Gras zu kommen. Aber wie die wohl wieder hochkommen!? Und wo sind die überall eingezeichneten Monolithgräber? Ich denke ja, das hier unten war eins.

Weg für Kühe und Wanderer
Weg für Kühe und Wanderer

Für uns endete der Weg erst einmal nicht in Fanore, denn wir haben und im Fermoyle Farmhouse eingemietet.

Route 3.525.918 – powered by www.wandermap.net

 

Das Farmhouse ist wirklich schön, die Gastgeber super nett. Selbstverständlich gab es auch hier, im gefühlten Nirgendwo und wie überall in Irland, Free WiFi. Ideal ist das Cottage mit dem Auto zu erreichen, zum Pub in Fanore sind es noch einmal 5 km. Glücklicherweise wurden wir zum O’Donohue’s gebracht, und wir mussten nur zurück laufen. Hier gab es Ausnahme zwei von zwei, ich aß ein Irish Stew. Denn es gab wieder – Gemüsesuppe und Chips. Und nach der langen Wanderung hatte ich einen Mordshunger. Der Pub war nett, vor allem der Wirt. Das Stew war gute Hausmannskost und in der Situation das Richtige, aber es bekehrt mich nicht zur Rückkehr zum Fleischkonsum.

Fanore und das Fermoyle Farmhouse
Fanore und das Fermoyle Farmhouse

Auf dem Rückweg wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt, hier am Fanore Beach. der ist vor allem – wie die ganze Küste – bei Surfern beliebt. Und solche Strände gibt es an der steinigen Küste nicht „wie Sand am Meer“. Wir sahen aber zu, trotz Taschenlampe noch vor der Dunkelheit im Farmhouse zurück zu sein. Und machten keinen Abstecher direkt an den Strand.

Sonnenuntergang am Strand von Fanore
Sonnenuntergang am Strand von Fanore

Übrigens gibt es bei Google noch ein zweites eingetragenes Fermoyle Farmhouse, das viel dichter bei Fanore liegt und suggeriert, es wären 1-2 km zum Ort. Daher hier noch einmal der richtige Weg. Das Farmhouse liegt direkt am Black Head Loop, so dass die Strecke am nächsten Tag dadurch verkürzt wurde.

Route 3.525.921 – powered by www.wandermap.net

 

Wandertag 2: Von Fanore nach Doolin

Die Wanderung begann schön. Es ging ins Landesinnere, und dann den Hügel hoch. Seit der Alpenüberquerung teilen wir uns ein paar Wanderstöcke, die auch hier gute Dienste leisteten. Nicht unbedingt notwendig, wir waren die einzigen damit, aber hilfreich waren die schon.

Burren - Steine, Steine, Steine
Burren – Steine, Steine, Steine

Die Strecke war eher unspektakulär, aber es kann ja kein Highlight das nächste jagen. Wir sahen nur später eine amerikanische Wandertruppe, ansonsten keine Menschenseele. Der Wegweiser wirkte entsprechend skurril. Rechts laufen??? Aber es handelt sich um eine Mountainbike-Strecke, und wenn einem die Radler entgegen rasen macht das wohl Sinn.

Black Head Loop - viel Verkehr in der Steinwüste!?
Black Head Loop – viel Verkehr in der Steinwüste!?

Und dann kam der Regen, der nicht mehr aufhörte. Und eine lange Strecke auf Asphalt. Und ein Bedürfnis, das ich bis kurz vor Doolin nicht befriedigen konnte, bis ich mich tatsächlich mal hinter einem Stromhaus verstecken konnte. Es gibt auf dem Burren Way praktisch keine Einkehrmöglichkeiten zwischendurch, und wer denkt er könne sich auf einer Weide verstecken, der vergisst den Stacheldraht. Ansonsten ist da viel offenes Land. Und die Regenhose. Hach, ich wurde ein wenig ungnädig.

Den offiziellen Burren Way kürzten wir an einer Stelle ab, denn der Umweg schien uns nicht spektakulär zu sein. Die Tagesetappe von 17 km war dadurch recht kurz. Nach dem langen Wandertag davor, und bei dem Regen: perfekt.

Und es ... regnet!
Und es … regnet!

Vor Doolin sahen wir das Doolin Cave, wo es auch ein Café gab. Da zogen wir erst einmal die Regensachen aus, aßen, tranken, entspannten. Den großen Stalaktiten ließen wir links liegen. Immer noch im Regen ging es dann zum B&B am Ortseingang. Auf dem Weg fragte ein Autofahrer, ob er uns mitnehmen solle, was den Weg um etwa 500 Meter verkürzte. Er war sozusagen der Stalaktiten-Führer. Wie er waren die ganzen Iren extrem freundlich.

Doolin, das ist Musik in meinen Ohren, und war einer der Gründe warum wir uns für den Burren entschieden haben. Denn mein Französischlehrer spielte früher in der gleichnamigen Band, und zweimal jährlich wurde in der damaligen Kerem Kulturkneipe in Delmenhorst aufgespielt. Und kräftig mitgesungen, Guinness floss reichlich. Auch ein Grund, warum ein Besuch der Molly Malone-Statue später in Dublin nicht fehlen durfte. Das Lied haben wir oft im Schulbus geträllert.

Doolin soll die Heimat der traditionellen irischen Musik sein. Und wir hatten mächtig Glück. Schräg gegenüber, in McDermott’s Pub, sollte abends eine preisgekrönte Band auftreten, sagte unser Gastgeber. Wir gingen also erst zum Essen rüber, dann zurück zum Ausruhen ins Zimmer, und später wieder zum Konzert. Sehr praktisch, den Ort lernten wir dadurch aber nicht kennen. Bei besserem Wetter hätte das sicher anders ausgesehen. Die Band Dubhlinn (der alte Name von Doolin) war richtig klasse, der Pub brechend voll. Das Bild entstand bei den Zugaben, da waren die ersten Gäste schon aufgebrochen. Ein Mädel aus dem Ort tanzte zwischendurch, die älteren Damen des Ortes waren entzückt, und ich wurde einfach super unterhalten.

Im Pub gab es für mich als Stout-Fan auch das O’Hara’s Irish Stout, das zwar weniger cremig ist als das allseits bekannte Guinness, aber deutlich aromatischer. Es ist aus meiner Sicht einfach besser. Auch wenn es hier nur aus der Flasche zu haben war, in Dublin bekam ich es auch vom Fass. Yummy!

Abend im Pub
Abend im Pub

Nachfolgend seht ihr die kurze Route über den Slieve Elva im Überblick.

Übrigens habe ich in Doolin ein paar Dinge verpasst: Zum Beispiel den schönen Friedhof, den ich im Regen übersehen habe. So ein Mist. Das Doonagore Castle haben wir aus der Entfernung gesehen, ist aber auch nicht zu besichtigen. Der Ort zieht sich merkwürdig lang, ohne besondere Highlights. Aber bis ans Wasser haben wir es auch nicht geschafft, vielleicht gibt es da noch tolle Dinge. Jedenfalls starten dort Ausflugsschiffe Richtung Aran Islands. Warum ich davon schreibe was ich nicht gesehen habe? Ganz einfach: Weil die nächste Etappe auch anders gestaltet hätte werden können. Im Nachhinein wäre ich den Weg an den Cliffs of Moher gewandert, und hätte den Bus am Ende der Klippen zurück nach Doolin genommen, denn der zweite Teil der dritten Etappe war nicht mehr spektakulär, und Doolin als Ort spannender.

Route 3.525.916 – powered by www.wandermap.net

 

Wandertag 3: Von Doolin nach Lahinch

Wie sollte es anders sein, der nächste Tag begann mit heftigem Regen. Meine Kamera versuchten wir mit einem Regenschirm zu schützen, nicht immer gelang das, wegen des Windes. Diesmal war ich besserer Dinge als Olaf. Und mit meinem Optimismus sollte ich Recht behalten.

Doolin im Regen
Doolin im Regen

Eine besondere Stimmung gibt der Regen aber schon. Meine geliebten Ruinen sehen noch düsterer aus, das Holiday Home dahinter – top gepflegt inmitten von Asphalt – strahlt noch mehr, Doonagore Castle verschwindet fast im Dunst.

Altbau, Neubau, Doolin Castle
Altbau, Neubau, Doolin Castle

Ein Glück, der Regen ließ bald nach. Auf dem Weg zu den Cliffs of Moher waren noch ein Pärchen und ein Mädel unterwegs, man sah sich immer wieder, aufgrund der jeweils unterschiedlichen Foto-Pausen. Ansonsten war es ruhig, was die Strecke noch schöner machte.

Wasser, Wiesen, Wind - auf dem Weg zu den Cliffs
Wasser, Wiesen, Wind – auf dem Weg zu den Cliffs
Bald sind wir da, bei den Cliffs
Bald sind wir da, bei den Cliffs

Die Klippen wurden nach und nach höher. An einer Stelle, so hatte ein Einheimischer einem Pärchen aus unserem B&B gesagt, solle man sich von einem Warnschild nicht abhalten lassen, und vor der Mauer statt auf dem offiziellen Weg dahinter laufen. Das sei viel schöner. Wir sind offiziell gewandert, aber haben ein paar Menschen auf der anderen Seite gesehen.

An dieser Stelle mit dem Felsen im Meer wurde es voll. Viele Menschen gingen vom großen Busparkplatz am Aussichtsturm hierher, zum Teil gefährlich nah an den Abgrund.

Etappe Eins ist geschafft - Ankunft bei den Cliffs of Moher
Etappe Eins ist geschafft – Ankunft bei den Cliffs of Moher

Spannend war das Bild, als eine Kuhherde eine Schafherde gejagt hatte. Endlich Schafe, wenn auch aus der Entfernung zu sehen! Hier haben sie sich gerade beruhigt.

Endlich Schafe - von den Kühen gejagt
Endlich Schafe – von den Kühen gejagt

Auch, wenn vor den Gefahren an den Klippen überall gewarnt wird, waren manche Touristen doch sehr unvorsichtig. Das gilt nicht nur für diese überstehenden Felsen, sondern auch für die grünen Wiesen am Abgrund. Alles für ein tolles Foto. Ich war da konservativer unterwegs.

Waghalsige Touristen - extreme danger!
Waghalsige Touristen – extreme danger!

Nach der ganzen Ruhe musste man die Menschenmassen erst einmal verkraften. Der vordere Turm ist ein Aussichtsturm, er kostet Eintritt und ist nicht wirklich alt. Dorthin kommen auch Rolli-Fahrer. Darunter befindet sich das Besucherzentrum. Das Café war uns zu voll, aber die Klopause war super. 🙂 Weiter hinten sieht man den Turm, der das Ende der Cliffs anzeigt.

Es wird voll, rund um den Aussichtspunkt
Es wird voll, rund um den Aussichtspunkt

Und hier einige Bilder – ohne Kommentar. Es war gar nicht so leicht, aus der Masse der Fotos nur wenige auszuwählen. Denn die Cliffs of Moher sind traumhaft schön, spektakulär, ein Highlight der Reise.

Sattes grün, sattes blau
Sattes grün, sattes blau
Rauhe Schönheit - die Cliffs of Moher
Rauhe Schönheit – die Cliffs of Moher
Das Ende der Etappe an den Cliffs ist in Sicht
Das Ende der Etappe an den Cliffs ist in Sicht
Pause kurz vor dem Ende der Etappe an den Cliffs
Pause kurz vor dem Ende der Etappe an den Cliffs
Die Cliffs of Moher - sooo schön!
Die Cliffs of Moher – sooo schön!

Hier ging es sozusagen um die Ecke. Auf der einen Seite die Klippen, auf der anderen plattes Land. Ein paar Meter weiter startete schon der Shuttle, der uns nach Doolin zurückgebracht hätte. Dort holen die Touristenbusse wohl auch ihre Schäfchen wieder ab. Aber wir wanderten weiter, Richtung Lahinch.

Turm am Ende der Cliffs of Moher
Turm am Ende der Cliffs of Moher

Der Weg führte ab jetzt über Asphalt. Grrr. Aber schöne Bilder gab es trotzdem. Vor allem, als die Bullenherde bei der muhenden Kuh ganz wuschig wird.

Landwirtschaft im platten Land
Landwirtschaft im platten Land
Iren mit dem Faible für Asphalt
Iren mit dem Faible für Asphalt

Das Thema Asphalt ist ja schon öfter angeklungen, an diesem Haus könnt ihr sehen was ich meine: Es dürfte sich um eines der vielen Holiday Homes handeln, wogegen nur die paar Pflanzen direkt am Haus sprechen. Oft gibt es gar keine Pflanzen. Die Häuser stehen blitzeblank da, von Asphalt umgeben, auf dem man oft mit dem Auto das Haus umfahren kann. Es kann wohl nur einen Grund geben: Bei dem ganzen Regen holt man sich nicht so viel Dreck ins Haus, und Asphalt ist günstig und pflegeleicht.

Ein kurzes Stück ging es am Meer entlang, dann aber durch ein Ferienhaus- und Wohngebiet Richtung Hauptstraße nach Liscannor.

Weg zwischen Cliffs und Liscannor
Weg zwischen Cliffs und Liscannor
Burren Way auf engen Straßen
Burren Way auf engen Straßen

An den Straßen gab es Hinweisschilder, dass dort Wanderer unterwegs sind, allzu schön ist das Wandern dort dennoch nicht. Der Burren Way führt daher zwischen Liscannor und Lahinch über einen großen Umweg. Da wir uns diesen ebensowenig spektakulär vorstellten wie die letzten Kilometer entschieden wir uns, in Liscannor den Bus zu nehmen. Die Wartezeit versüßten wir uns bei Kaffee und Kuchen in einem Pub gleich daneben, der abends bestimmt klasse ist.

Das letzte Stück sollte in Lahinch eigentlich über den Strand führen, darauf hatte ich mich gefreut. Wie ihr seht war der aber sowieso überflutet. Ein Glück, nichts verpasst. Oder doch? Allerdings, denn der Bus fuhr an einem schönen Friedhof vorbei, den hätten wir gesehen wenn wir an der Hauptstraße weiter gelaufen wären.

Lahinch - das Ziel der Wanderung ist erreicht
Lahinch – das Ziel der Wanderung ist erreicht
#catcontent und #streetart
#catcontent und #streetart

Lahinch ist ein Ort für Surfer. Und wenn sich das Meer zurückzieht, dann hat der Ort einen großen Strand.

Die Band im Pub an der Ecke war gut. Nicht so wie die in Doolin, hier war es wohl eher ein Brot-und-Butter-Auftritt, aber dafür absolut authentisch und sympathisch. Auch die französische Reisegruppe mit den lustigen Schafmotiv-T-Shirts hat sich wohl gefühlt, einer hat sogar ein Lied zum Besten gegeben. Denn dass Musiker mit einsteigen dürfen, das ist üblich. Ein wirklich schöner Abschluss der dreitägigen Wanderung.

Lahinch - Strand, Musik und Tankstelle

Die Karte zeigt nur den Weg nach Liscannor, weil wir den Rest nach Lahinch mit dem Bus abgekürzt haben. Nach 20 km reichte es auch, nur bei schöner Landschaft wären wir weiter gelaufen.

Route 3.525.920 – powered by www.wandermap.net

 

Und alles zurück – mit dem Bus

Am nächsten Tag war es grau am Himmel. Und durch die Scheibe des Busses graublau. Der Bus fuhr die Strecke zurück, in deren Nähe wir gelaufen sind. Stets am Meer entlang. Mit Umweg durch Lisdoornvarna, wo es eine Brauerei und das berühmte Steinmonument gibt. Der Burren Way führt auch dort entlang, irgendwie.

Auf einmal sah man viele Friedhöfe, viele Ruinen, und beispielsweise das Dunguaire Castle. Und? Den berühmten Leuchtturm am Black Head. Da gibt es einen Parkplatz, aber anhalten war nicht drin, der Bus fuhr weiter.

Schaut man auf die Hügellandschaft, dann glaubt man kaum dass es doch recht grün da oben ist. Für uns ging es aber zurück nach Galway, um am nächsten Tag Richtung Dublin zu starten. Tschüß, wilder karger Burren, es war schön bei dir!

Blick aus dem Bus: Oben sind wir gelaufen, Friedhöfe und Burgen haben wir verpasst
Blick aus dem Bus: Oben sind wir gelaufen, Friedhöfe und Burgen haben wir verpasst
Berühmter Leuchtturm am Burren - Blick aus dem Busfenster
Berühmter Leuchtturm am Burren – Blick aus dem Busfenster

Die Tour im Überblick

Und hier noch einmal alle Etappen im Überblick. Der Wild Atlantic Way führt immer am Wasser entlang – außer natürlich bei den Cliffs of Moher. Die Wanderwege sind oft ein wenig vom Meer entfernt.

In der Nachbetrachtung hätten wir mit dem Bus von Dublin nach Galway fahren können, mit einer Übernachtung. Am nächsten Tag so früh wie möglich dann nach Fanore, um dort direkt eine Rundwanderung zu machen. Und dann weiter nach Doolin, um von dort aus die Cliffs zu erkunden. Dann hätte auch das Tagesgepäck gereicht. Von Doolin wäre man mit dem Bus nach Galway und direkt weiter nach Dublin gefahren, eine weitere Übernachtung wäre nicht nötig gewesen.

Dublin und die Umgebung

Hier findet ihr auch Berichte aus der Hauptstadt Dublin und, in Kürze, zu den Ausflügen dort. Habt ein wenig Geduld …

 

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