Avantasia - trotz gesabbel schön

Wacken forever!?

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Schon oft war ich beim Wacken Open Air. Und schon lange nicht mehr. 10 Mal praktisch am Stück, dann 5 Jahre Pause. Es wurde wieder Zeit. Und spannend. Früher fühlte ich mich zu Hause, dann wurde es mir zu groß, und jetzt? Erst einmal war ich fremd.

Nach unserem Kurztrip nach St. Peter Ording, von dem ich noch berichten werden, fuhren Olaf und ich tiefenentspannt zum Treffpunkt, den wir mit Freunden vereinbart hatten. In Vaale kann man prima warten. Und der Ort begrüßt mit einem riesigen Schild vom letzten Jahr. So sah es diesmal auch aus. Was wir dann noch nicht wussten: Wir würden etwa links unten im Knick vom W campen, und das war gut, denn der Platz lag direkt am Asphalt-Weg.

Vaale begrüßt die Anreisenden
Vaale begrüßt die Anreisenden

In Wacken wurden wir freundlich begrüßt. Und die anderen 74.998 BesucherInnen. Bestimmt noch mehr.

Welcome Metalheads
Welcome Metalheads

Bevor der Wacken-Schädel brennt

Mittwochs ist das Infield noch nicht geöffnet, Konzerte finden auf der Wackinger-Bühne und im Zelt statt, das ich so noch gar nicht kannte. Dort war der Sound bis zum Schluss am besten. Und ich lernte zufällig die Band Kissing Dynamite kennen. Beim Hereinkommen dachte ich Bonnie Tyler würde spielen, der Sänger sah ihr verblüffend ähnlich. Die Truppe machte irgendwie richtig Spaß. Im Gegensatz zu Candlemass am Ende des Festivals, nach denen man mit einer Doom-Depri zu kämpfen hat. Trotzdem geil.

Coole Konzerte im Zelt
Coole Konzerte im Zelt

Donnerstag gingen wir erst einmal in den Ort, in dem richtig viel los ist. Buden und Zelte mit Musik und alles Mögliche ist da. Auch die Wacken Brauerei, die sich inzwischen auch auf Craftbier-Events tummelt. Da mussten wir natürlich hin. Zwischendurch kam er dann, der Regen. Und was für einer. Er ging schneller vorbei als gedacht, noch bevor sich dieser nette Südamerikaner das Shampoo auswaschen konnte. Nicht nur die Shampoo-Spülung versagte, auch die Drainagen auf dem Gelände. Spätestens jetzt war klar, dass an den Gummistiefeln kein Weg vorbeigeht.

Wacken Brauerei - Beer of the Gods
Wacken Brauerei – Beer of the Gods

Schnell noch geschaut ob ein neuer Helm angebracht wäre, und durch die Lande geschlendert.

Landidyll
Landidyll

Donnerstag auf dem Infield – nun geht’s richtig los

Der Schlamm-Spaß kann beginnen!
Der Schlamm-Spaß kann beginnen!

Abends ging es dann richtig los, das Gelände wurde geöffnet.

An die neuen Gummistiefel musste ich mich erst einmal gewöhnen. Das Laufen war anstrengender als sonst, und würde es bis zum Schluss bleiben. Aber was solls, ich bin ich Wacköööön. Äh, auffällig war, dass das Wacköööön-Gegröle viel weniger war als früher. Und wo früher jedes zweite Wort den Bestandteil „fuck“ beinhaltete, war nun alles viel gesitteter. Aber: Ich musste mich erst einmal neu orientieren und einleben.

Sucht jemand seine Sandalen?
Sucht jemand seine Sandalen?

Die Bühnen waren nun auch ganz anders als ich sie kannte. Bands wurden über eine Einarmiger-Bandit-Animation angekündigt, die Beleuchtung erinnerte an ein Casino. Aber mir gefiel das irgendwie, weil man sich, wenn man sonst im Bereich der „toten“ Bühne stand, nicht so im Geschehen fühlte wie jetzt. Aus der Black Stage wurde Faster, aus True wurde Harder, aus Party wurde Louder. Auch eine Verbesserung.

Einen Fehler begingen wir schon am Donnerstag bei Volbeat: Wir wechselten durch die Menschenmassen zu Corvus Corax. Die spielten das schlechteste Konzert, das wir alle bisher erlebt hatten. Schade, sonst sind die toll. Wären wir mal an unserem guten Platz geblieben.

Sind wir im Casino, oder was?
Sind wir im Casino, oder was?

Eine Premiere gab es noch: Die Bier-Pipeline. Die macht Bier-Anlieferungen auf dem Gelände überflüssig, was prima klappte. Nur gibt es nun keine Schädelbar mehr, der alte Treffpunkt zwischen den Bühnen.

Endlich Sonne
Endlich Sonne

Und was für ein Glück, auch genügend vegane und vegetarische Sachen gab es zu essen.

Veganes Gemetzeltes
Veganes Gemetzeltes

Ein Blick zurück

Erinnerungen
Erinnerungen

Das inzwischen weltgrößte Heavy Metal-Festival wurde im Jahr 1990 gegründet. Olaf war sogar seit 1997 dort, es war nun sein 15. Mal. Auf dem Weg zum Wackinger wurden alle Jahre auf der Plane vorgestellt. Zum Beispiel die Zeitungsmeldung aus dem Jahr 1994: Es wurde über einen zweiten Beamten nachgedacht. Eine gute Idee!

Zweiter Beamter???
Zweiter Beamter???

1997 waren es 10.000 Besucher und 47 Bands.

Bei meinem ersten Besuch 2001 (ich war Spätzünder) waren es schon 25.000 Besucher und 79 Bands.

2003 waren wir dann erstmals gemeinsam dort, zusammen mit 30.000 anderen Fans und 61 Bands.

Wacken 2009
Wacken 2009

2011 (im Jahr 2010 haben wir ausgesetzt und das Rockharz entdeckt), bei unserem letzten Besuch, waren es 75.000 Besucher und 125 Bands. Zu groß, dachten wir uns, das war nicht mehr das Festival auf dem wir uns wohl fühlten. Aber nun hatten wir doch wieder Bock.

Was sich nicht geändert hat, das sind die Wacken-Shirts und -Hoodies. Ich habe noch nie so etwas besessen, und frage mich, warum viele das jedes Jahr kaufen. Auf jeden Fall ist es ein gutes Geschäft. Und die Full Metal Bag ist immer wieder toll.

Wo die wohl sind?
Wo die wohl sind?

Zurück im hier und jetzt

Eines meiner wichtigsten Konzerte war das von Sonata Arctica. Leider war der Sound nicht gut, der Wind zu stark. Insgesamt hatte ich schon bessere Konzerte erlebt, war aber dennoch glücklich.

Saltatio Mortis habe ich bisher erher als Nebenbühnen-Band erlebt. Macht Spaß, aber die Stimme ist gewöhnungsbedürftig. Ich wurde mit einem richtig tollen und vollen Konzert überrascht. Und bekam wieder mein geliebtes Feuer.

Saltatio Mortis macht Feuer
Saltatio Mortis macht Feuer

Wackinger und Wasteland

Auf dem Wackinger-Gelände geht es etwas ruhiger zu, was wirklich angenehm ist. Da bekommt man auch besseres Essen. Und am Tag des Bieres gab es sogar ein „Speckflaggen-Bier“, ein Ale von Beck’s. Da fühlt man sich doch glatt wieder heimisch.

Wackinger
Wackinger
Warrior
Warrior

Mit auf dem Wackinger-Gelände haben sich diverse andere Gestalten niedergelassen. So auch die Warriors im Wasteland. Phantasie pur aus dem Bereich des Steam Punk.

Richtig tolle Gefährte hatten die zusammen geschweißt. Und für die Fotgrafen wurde gepost, was das Zeug hielt. Selbstredend gab es auch von mir eine Foto-Spende.

Toll war der Warrior unten vor dem blauen Container. Er versuchte, fürs Foto wie ein echter Warrior böse dreinzuschauen, aber es gelang irgendwie nicht. Sehr sympathisch.

Wasteland
Wasteland
Warriors im Wasteland
Warriors im Wasteland

Sub Dub Micromachine war meine Bandentdeckung auf dieser Bühne. Irgendwie habe ich die immer Super Duper Maschine genannt, na ja. Sehr cool. Auch die Bühne selbst. Überall Feuer, wenn es dunkler wurde. Herrlich.

Band-Entdeckung: SDMM
Band-Entdeckung: SDMM

Und sonst so?

Eines meiner Highlights, obwohl schon sooo oft gesehen, war Rage. Um 12 Uhr.

Rage - Konzerthighlight um 12
Rage – Konzerthighlight um 12
Hommage an Lemmy
Hommage an Lemmy

Überall wurde an den 2015 verstorbenen Lemmy von Motörhead erinnert. Es wurde sogar das Ständchen „Heroes“ gesungen, das ganze Publikum sang zur besten Zeit mit. Einige weinten, meine Freundin und ich nutzen die Gunst der Stunde und schoben uns zwischen Alice Cooper und Amon Amarth, wenn ich mich recht erinnere, einmal von rechts nach links durch die Menge. Immer schön an der Hand halten, Baby … Und wir dachten daran, dass jetzt gerade die erste Heavy Metal-Generation zu Rentnern wird. Ob es neben den Rolli-Plätzen wohl irgendwann Rollator-Plätze gibt? Vielleicht welche zum Leihen, und Brei zu Essen?

Und das das Trauma nach dem Klogang: Doro Pesch kann es nicht lassen, singt bei Amon Amarth als Gast. Es geht wohl nie ohne, egal ob es passt oder nicht. Aber Leute, wir sind ja alle eine Familie. Ähäm. Sie ist echt sympathisch, wird aber immer wieder aus dem Hut gezaubert. Ich frage: Muss das sein??? Im nächsten Jahr gibt es die volle Doro-Dröhnung, habe ich gesehen. Da gehe ich dann ins Zelt, wo die Akustik eh am besten ist. Wenn es ein nächsten Mal gibt.

Hier noch ein paar Impressionen früh und nicht mehr ganz so früh.

Modder-Landschaft am Tag
Modder-Landschaft am Tag
Abendstimmung
Abendstimmung
Unser letztes Konzert - heim gehts nun
Unser letztes Konzert – heim gehts nun
Es brennt: Immer wieder schön
Es brennt: Immer wieder schön

Und für mich am Schluss kam – Avantasia. Ist ja gut, ein bisschen viele Schnulzen inzwischen. Und Tobi quatscht da schon so viel wie früher nur bei Edguy. Aber ich mag das trotzdem. Stand ganz weit vorne, denn da ist es oft besonders entspannt.

W:O:A
W:O:A

Alle denken, wir schauen mal hinten, es ist ja so voll, und vorne ist Platz. Da können selbst Zwerge was sehen. Hin und wieder.

Und immer wieder ergreifend ist es, wenn der Schädel wieder brennt. Zum letzten Mal für mich. Oder doch nicht? Ist das Fieber wieder da, heißt es nächsten Jahr wieder: Wacköööön? Schaun wir mal, Bock hätte ich ja.

Goodbye, Metalheads
Goodbye, Metalheads

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