Fischerboot eines Helden

Madagaskar Teil 5 – Leben und Reisen „am Wasser“

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Endlich – das Meer! Im Südwesten der Insel, nahe Toliara, dem dortigen Zentrum. Mein Plan: Zum ersten Mal schnorcheln. Dafür wurde extra der Badeanzug eingepackt.

Toliara – Zentrum im Südwesten von Madagaskar

Diese Stadt ist richtig quirlig, nach dem entspannenden Isalo-Aufenthalt musste ich mich daran erst wieder gewöhnen. Richtige Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, aber einen Flughafen. Wer also schneller in den Süden gelangen möchte, fliegt – wenn Air Madagascar denn abhebt. So ganz trauen kann man dem Ganzen nie. Hier war die neue Heimat meiner Schwester. Nun, mehr als ein Jahr nach der Reise (herrje, bin ich langsam mit meinem Bericht), die alte Heimat. Insofern hatte der Ort für uns eine besondere Bedeutung. Und er liegt am Meer, nach welchem wir uns sehnten.

Toliara, Zentrum im Südwesten
Toliara, Zentrum im Südwesten

In Toliara ließen wir uns auch in einem Pousse-Pousse kutschieren, dem farbig bemalten Rikscha. Manchmal wird dies zu Fuß gezogen, das war uns aber doch sehr unangenehm. Wir bevorzugten die Fahrrad-Variante.

Umgebaute LKW dienen als Busse entlang der Küstenstraßen. Wenn die vor einem fahren, dann sieht man nichts als Staub.

In den Norden nach Ifaty

Das Meer – juhuuu! Von diesem Ort habt ihr in den letzten Berichten schon einiges gesehen und gelesen. Vom Hotel, dessen Garten und mehr. Daher schreibe ich jetzt gar nicht mehr viel, und lasse die Bilder sprechen.

Auf dem Weg zwischen Toliara und Ifaty
Auf dem Weg zwischen Toliara und Ifaty

Die Pannen-Pause wurde zur Zebu-Karren-Foto-Pause. Man hat ja sonst nix zu tun.

Sandige Straßen und Zebu-Bekanntschaften
Sandige Straßen und Zebu-Bekanntschaften

Überall Fischer, deren Boote und Dörfer, und Sand. Auch auf den Dörfern.

Fischer nahe Toliara
Fischer nahe Toliara

Besonders den Frauen muss ich höchsten Respekt zollen. An ihnen hängt, wie fast überall auf der Welt, die meiste Arbeit, sie legen weite Wege mit schweren Lasten auf dem Kopf zurück. Hier auch noch durch den Sand. Wobei das Manövrieren der Lasten auf dem Kopf bestimmt besser für den Körper, insbesondere den Rücken, ist, als die Trage-Gewohnheiten bei uns. Vielleicht sollte ich das mal üben, und demnächst mit dem Korb auf dem Kopf zu Rewe laufen. Wie man sieht klappt das ja auch mit Getränkekisten.

Respekt, die Damen ...
Respekt, die Damen …

Ich hatte das große Glück, nicht schleppen zu müssen, sondern einfach genießen zu dürfen. Lecker, Hibiskussaft!

Luxus im Hotel Paradisier
Luxus im Hotel Paradisier

Zum Baden ist der Strand nicht geeignet, zu flach ist das Wasser. Prima, wenn jemand mit Kindern unterwegs ist. Es ist ja so gemein, aber ich schaue nun einmal liebend gerne den Fischern bei der Arbeit zu, während ich ansonsten mit Nichtstun beschäftigt bin. Das ergibt immer so schöne Bilder. Aber die Fischer profitieren ja ebenfalls vom Tourismus, weshalb sie das wohl nicht allzu sehr stören dürfte.

Urlaub heißt, andere bei der Arbeit zu beobachten
Urlaub heißt, andere bei der Arbeit zu beobachten

Das ist der Blick vom oberen Balkon. Ich hatte einen zweistöckigen Bungalow ganz für mich.

Blick vom Balkon des Bungalows im Paradisier
Blick vom Balkon des Bungalows im Paradisier

Und dann ging es zum Schnorcheln, das Equipment konnte ich leihen. Mit dem Glasbodenboot fuhren wir eine ganze Weile raus, bis kurz vor das Riff. Dort hat man eine Stelle, die bewacht wird, für die Fischer gesperrt und für die Touristen attraktiv gestaltet. Es kam uns so vor, als würden die Fische dorthin gelockt werden. Für meine erste Schnorchelerfahrung war das super. Ich brauchte eine Weile, bis ich die Panikattacken los wurde und, als ich auch eine besser passende Brille bekam, ruhig die Unterwasserwelt genießen konnte. Die schönsten Bilder habe ich schon in den anderen Artikeln gezeigt, so ein Ärger. Wobei wir längst nicht alles aufgenommen haben. Dennoch ist es dort nicht so üppig wie in anderen Teilen der Welt. Ein Stück weiter raus aber, da verbirgt sich eines der größte Riffs der Welt, da wird es tief. Mit Haien und Walen und allem, was dazu gehört, ein Paradies für Taucher. Ich bin nur froh, dass sich kein Hai zu uns verirrt hat.

Schnorchel-Anfänge in Ifaty
Schnorchel-Anfänge in Ifaty

Ein großer Zoomfaktor lohnt sich, wenn man zu den Spannern gehört und die Fischer weiter draußen beobachten möchte. Das ging teilweise ganz gemütlich von der Liege aus.

Wir sind Fischer-Spanner
Wir sind Fischer-Spanner

Weißer und schöner werden die Strände Richtung Norden, aber dafür hatten wir keine Zeit. Und das Thema Barrierearmut holte uns wieder ein.

In den Süden nach Tsinjoriake und St. Augustin

Es ging zurück nach Toliara, ins Haus meiner Schwester. Und weiter in den Süden, für einen Ausflug in das Tsinjoriake-Schutzgebiet am Wendekreis des Steinbocks, und nach St. Augustin.

Die Unterstände auf Stelzen im Meer sind übrigens Wachposten. Was da bewacht wird, das kam mir skurril vor: Von Indern betriebene Seegurken-Farmen. Ob die Seegurken nur Delikatessen sind, oder ob die noch mehr können? Ich weiß es nicht, sie scheinen jedenfalls sehr kostbar zu sein.

Tsinjoriake Nationalpark
Tsinjoriake Nationalpark

Fischerboote, Fischernetze – hach, wie schön. Zum Anschauen, Fotografieren … Hier zwischen Meer und Lagune in St. Augustin.

Meer und Lagune in St. Augustin
Meer und Lagune in St. Augustin

Das war er, der letzte Teil meiner fünfteiligen Reise-Erzählung. Nun reicht es aber auch wirklich. Ich verabschiede mich – von meinen Madagaskar-Erinnerungen. Die Welt bietet ja noch so viel mehr …

Noch mehr Madagaskar

Meine weiteren Berichte:

Und noch ein schönes Abschluss-Spanner-Bild:

Fischer-Romantik vs. Fischer-Maloche
Fischer-Romantik vs. Fischer-Maloche

Lage und Reiseroute

Zur Orientierung findet ihr hier die Madagaskar-Karte samt Reiseroute.

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