Kwas: Russischer Sommer im Bremer Winter

Kwas: Russischer Sommer im Bremer Winter

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Ein russischer Abend im Freundeskreis erinnerte uns an ein Getränk, von dem wir mal zufällig gehört hatten: Kwas. Ein erfrischendes Getränk mit nur wenig Alkohol, eigentlich gefühlt so gar nicht russisch. Aus großen Tankwagen wird es im Sommer ausgeschenkt. Das wollten wir mal ausprobieren. Ohne Tankwagen.

Möckernbräu Russian-Style

Kwas-Zutaten
Kwas-Zutaten

Ja, in Russland ist dieser Brottrunk ein Sommer-Getränk. Aber der russische Abend fand nun einmal im Winter, Mitte Januar, statt. Nicht zu ändern, kurz vor dem Heiligen Abend machten wir uns ans Werk. Na ja, vor allem Olaf.

Zuerst haben wir Roggenmalz eingemaischt, und wie beim Brauen die Verzuckerungsrasten durchgeführt. Danach haben wir die Maische geläutert. Die russische Hausfrau wird das nicht unbedingt machen, die russische Industrie aber durchaus.

Zeitgleich musste dunkles Brot zerkleinert und im Ofen geröstet werden. Das Brot ist die eigentliche Grundlage des Getränks.

Die Würze haben wir aufgekocht und über das Brot gegossen. Das musste nun einen Tag bei Zimmertemperatur stehen.

Und so geht's ...
Und so geht’s …

Am nächsten Tag haben wir den Sud gesiebt und Hefe, Rosinen, Rohrzucker sowie den Tannenhonig hinzugegeben. Alles ab ins Gärfass, Gärspund drauf und sechs Tage später abfüllen.

Unser erstes Kwas
Unser erstes Kwas

Drei Wochen später war es dann so weit. Wir wussten ja nicht, wie so etwas eigentlich schmecken muss. Es bildete sich ein schöner Schaum, die Farbe war gut, und der Geschmack etwas süß-säuerlich. 2,5 Prozent Alkohol waren für Kwas eher viel, meistens hat es noch weniger Alkohol. Und oft wird es süßer zubereitet, wie uns erzählt wurde. Aber mit der Süße haben wir uns extra zurückgehalten, so etwas mögen wir nicht so gerne. Ein Bekannter bestätigte dann aber doch: So schmeckt es.

Obwohl unser Kwas lecker war, unser Lieblingsgetränk wird es nicht. Bier ist einfach noch besser, allerdings auch deutlich aufwändiger.

Daten und Fakten

квас-„Brau“-Tag 20. Dezember 2016

  • Roggenmischbrot
  • Roggenmalz
  • Rosinen
  • Tannenhonig (war gerade da, steht in keinem Rezept)
  • Rohrzucker
  • Gozdawa Porter & Kvass Trockenhefe
  • Geschmack: süß-säuerlich, erfrischend und leicht, das Brot schmeckt man noch etwas, tatsächlich gut gekühlt für den Sommer denkbar
  • Stammwürze: 8,8 %
  • Alkoholgehalt: 2,5 %

 

Der Tag danach

Unser Kwas hat nicht dazu geführt, dass am nächsten Tag dringend ein Spaziergang an der frischen Luft anstand. Es gab auch noch stärkere russische Spezialitäten. Passend zum russischen Thema gab es draußen – Schnee. Und Sonne. Kinder fuhren Schlitten und rodelten, ich habe sogar Enthusiasten beim Ski-Langlauf gesehen. Im Vergleich zu Russland war das wohl nichts, aber für mich – einfach herrlich!

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