Grünhopfen-Bier an wildem Feuer

Grün & Wild – unser Stadion-Bier

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Direkt am Weser-Stadion, wo die wilden grün-weißen Jungs einem Fußball hinterher jagen, wächst viel wilder grüner Hopfen. Mehr Stadion-Bier geht nicht, oder? Wir haben nun selbst eins gebraut. Was uns allerdings zu denken gibt: Seit dem ersten Tasting verliert unser Lieblingsverein.

Bier mit Wildhopfen – ein Überraschungs-Bräu

Grünhopfen am Weser-Stadion
Grünhopfen am Weser-Stadion

Wer mit Wildhopfen braut, der geht ein gewisses Risiko ein. Das Aroma kann man in etwa erahnen, wenn man am Hopfen reibt und riecht. Aber welche Alphasäure der wohl hat? Keine Ahnung, da muss einfach wild geschätzt werden.

Wir hatten schon länger Lust auf so ein echtes Stadion-Bier. Leider war die Ernte in diesem Jahr nicht so Erfolg versprechend wie sie im letzten Jahr gewesen wäre. Also nahmen wir von dem Gedanken schon fast Abstand, bis ein wunderbarer Tag kam: Eine Radtour mit der Familie durch die schöne Gegend bei Syke.

Der Besuch galt unter anderem dem Pferdehof, auf dem Odin mein Liebling war. Das alte Pferd bekam dort sein Gnadenbrot. Besser: Gnadenbrei. Und ich machte das letzte Foto von ihm, kurz darauf verstarb er leider.

Alter Odin und junges Gemüse
Alter Odin und junges Gemüse

Es war Erntezeit. Die Bauern machten mit schönen und skurrilen Ständen darauf aufmerksam, und wir pflückten ordentlich Birnen und Pflaumen. Im nächsten Jahr rüsten wir uns besser aus.

Und was sahen wir an einem Straßenschild? Super aromatisch duftenden Hopfen. Wir klauten welchen und verwendeten ihn später zum aromatisieren. Neben einem Feld, das sicher mal gespritzt wurde, und einer Straße, die sicher mal befahren wurde, ist die Ernte auf dem Land zwar kritischer als mitten in der Stadt, aber wir ignorierten das einfach; die Dolden sahen einfach zu schön aus. Zu Hause wurden sie sofort eingeforen.

Zum Bittern nahmen wir eine bunte Hopfenmischung vom Weser-Stadion. Während Olaf schon braute, radelte ich zur Ernte, so dass der Hopfen direkt von der Weser in die Würze gelangte. Unterschiedliche Sorten, die meisten schon befruchtet, aber das sollte passen. Frischer geht es jedenfalls nicht.

Wildhopfen von der Weser und aus Syke
Wildhopfen von der Weser und aus Syke

Und ab in die Würze

Ich finde es immer besonders schön, wenn richtige Dolden statt Pellets in die Würze gegeben werden. Irgendwie ist das ursprünglicher, besonders wenn man gerade – und für lau – geerntet hat.

Die Spannung war natürlich besonders groß, denn wir hatten keine Ahnung was uns am Ende erwarten würde. Und dann kam der große Tag am Kamin. Ja gut, wir hatten schon einmal vorher gekostet, sonst hätte ich das Etikett mit dem Alkoholgehalt ja nicht fertigstellen können. Aber an dem Tag, an dem ich die Rammstein-Tickets für Berlin gekauft hatte, war das Bier gereift, und das Feuerholz lag bereit. Zum Knistern im Ofen und dem Song „Feuer frei“ aus der durstigen talentfreien Kehle dieses überraschend leckere Bier, was will man mehr? Na ja, das Bier beim Rammstein-Konzert wäre perfekt, aber das geht ja nicht. Toll wäre auch, wenn die Werder-Jungs bald mit dem Gewinnen weitermachen würden …

Was lernt man nun daraus? Nicht immer braucht man eine Wissenschaft aus allem machen, Zutaten errechnen und so weiter. Manchmal muss man einfach nur probieren mit den Dingen, die man in der Natur kostenlos findet.

Mehr Infos zum Stadion und meiner Werder-Leidenschaft findet ihr übrigens in meinen Beiträgen Lebenslang grün-weiß und Werder und der Brommyplatz.

Daten und Fakten

Brautag 16.09.2018

    • Malz: Pilsener, Dinkel, Cara Crystal, Rauch
    • Hopfen: Wildhopfen von der Weser, Wildhopfen aus dem Raum Syke (Frischhopfen/Dolden)
    • Hefe: Danstar Nottingham Ale Hefe (obergärige Trockenhefe)
    • Ergebnis: überraschend fruchtig, richtig lecker, ideal für gemütliche Abende
    • Stammwürze: 12,8 %
    • Alkoholgehalt: 5,5 %

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