Weinreben am Erdener Treppchen an der Mosel

Mosel-Kletterweg am Erdener Treppchen

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Im Jahr 2014 ging es an die Mosel. Zwei wunderbare Wanderungen haben wir unternommen: Eine zur Burg Eltz, und die andere auf dem Kletterweg am Erdener Treppchen. Und genau um diese geht es nun. 

Zum Erdener Treppchen hat es uns getrieben, weil ich mich beruflich damit beschäftigt habe. Mein Außeneinsatz an der Mosel galt dem Bremer Ratskeller. Ansonsten wäre Olaf und mir der Klettersteig bestimmt verborgen geblieben, was sehr schade gewesen wäre.

Startpunkt ist an der römischen Kelteranlage bei Erden. „Erdener Prälat“ bezeichnet die Weinlage dort, nahe Ürzig. Wir radelten von Bernkastel-Kues erst einmal dorthin, was an der Mosel wirklich schön ist. Das sind etwa 13 km, bequeme 45 Minuten.

Radtour zum Kletterweg am Erdener Treppchen
Radtour zum Kletterweg am Erdener Treppchen

Neben der Kelteranlage befindet sich rechts das schöne Bremen-Schild, und links ein kleiner Kräutergarten, an dem es dann direkt hinauf geht. Unterschieden werden drei Routen, wobei auf allen der Klettersteig – mindestens teilweise – erklommen werden muss. Somit sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit in jedem Fall hilfreich, feste Schuhe sind Pflicht. Ein Warnschild weist noch einmal auf das Begehen auf eigene Gefahr hin, denn es handelt sich um eine der steilsten Weinlagen an der Mittelmosel, die stellenweise Geschick erfordert: Nur für geübte Wanderer! Na ja, das waren wir gar nicht. Gut, dass uns das Schild nicht abgeschreckt hat.

Wir entschieden uns gleich für die rote Tour. Diese wird vom Schwierigkeitsgrad als mittel eingestuft. Nach Darstellung auf Outdooractive ist sie 4,7 km lang, und dauert gute 3 Stunden. Da der Startpunkt dort auf der anderen Moselseite definiert ist, gehe ich von knapp 4 km und weniger Zeitbedarf aus, wenn ihr direkt an der römischen Kelteranlage startet. Keine besonders zeitraubende Wanderung, die es aber am Anfang durchaus in sich hat, als ungeübtes Nordlicht. Hoch geht es 322 Höhenmeter, runter 286.

Der Kletterweg beginnt am Römerkelter in Erden
Der Kletterweg beginnt am Römerkelter in Erden

Die Tour beginnt direkt am Steilhang. Da geht es über rutschigen Schiefer, steile Leitern und mehr. Im Gegensatz zu Klettersteigen in den Bergen, die ich selbst noch nicht ausprobiert habe, ist aber keine Sicherung nötig. Die Mütze, an Stelle eines Helms, macht aber durchaus Sinn. Zumindest an solch einem sonnigen Tag.

Hoch gehts über Leitern und an Seilen
Hoch gehts über Leitern und an Seilen

Das ist wohl der schönste Rastplatz, mit Blick auf die Mosel und den Winzerort Ürzig. Schön im Schatten, nach der Kletterpartie sehr angenehm.

Pausenplatz mit Aussicht
Pausenplatz mit Aussicht

Der Schieferboden, der die Wärme gut speichert und dem Wein seinen besonderen Geschmack verleiht, bestimmt das Bild.

Einer der steilsten Hänge an der Mosel
Einer der steilsten Hänge an der Mosel

Und die Steine lassen sich auch gut beschriften. Alles war voll mit Namen und Nachrichten. Da mussten wir natürlich mitmachen. Sicher war jedenfalls: Wir waren nicht die ersten auf diesem Weg.

Stein-Graffiti
Stein-Graffiti

Weinreben, so weit das Auge reicht. Im späten Frühjahr knallig grün, aber ich stelle mir das auch im Herbst sehr schön vor, wenn sich die Blätter langsam verfärben.

Weinreben, so weit das Auge reicht
Weinreben, so weit das Auge reicht
Hilfe von oben kann nie schaden
Hilfe von oben kann nie schaden
Getreide fürs tägliche Brot
Getreide fürs tägliche Brot

Der erste Teil der Klettertour geht steil bergauf, der zweite ist dann ein leichter Spaziergang. Ihr seht hier die Wege durch die Weinberge, die locker zurück an die Mosel führen. Hier ist der Sonnenschutz besonders wichtig – Mütze und Sonnencreme. Wasser sowieso.

Also, der Weg ist leicht, auf dem auch die Winzer und Erntehelfer die Hänge erreichen. Aber wenn ich mir vorstelle in den Hängen zu arbeiten, dann wird mir ganz anders. Immer steht man am Abgrund, schief, muss rauf und runter. Puh.

Blick auf den Rückweg durch die Weinreben
Blick auf den Rückweg durch die Weinreben

Der erste Teil der Wanderung hat mir persönlich besser gefallen, er war natürlich spektakulärer als der leichte Weg durch die Weinberge. Als es auf dem Rad zurück Richtung Bernkastel-Kues ging, wusste ich aber zu schätzen, dass der letzte Teil des Weges eher erholsam war. So machten die Beine nicht schlapp, nach der Genuss-Wanderung folgte Teil zwei der Genuss-Radtour.

Sonnenuhr, Flaschenwein und rote Rosen
Sonnenuhr, Flaschenwein und rote Rosen – oder umgekehrt

Die Radwege sind super ausgebaut an der Mosel, und immer schön flach. Da kann man ganz locker auch nebeneinander fahren, was in Bremen selten möglich ist.

Es war ein wunderbarer Ausflug, an den ich mich immer noch gerne erinnere. Und der bei einem Gläschen Wein den perfekten Abschluss fand.

Rückweg nach Bernkastel-Kues
Rückweg nach Bernkastel-Kues

Und hier ein paar Linktipps:

Die nachfolgende Karte ist mehr als grob. Ganz, ganz ungenau, vielleicht sogar etwas falsch. Bitte schaut in den obigen Link von Outdooractive, wenn ihr es genauer haben möchtet. Vor Ort ist der Weg so gut ausgeschildert, dass ihr keine Karte braucht.

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