Farmhouse, einfaches Landbier

Farmhouse, einfaches Landbier

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Wir wollten mit unserer Brau-Erfahrung testen wie es ist, zurück zu den Wurzeln zu gehen und mit einfachsten Mitteln zu brauen. Als Anleitung für Anfänger. Daraus entstand eine Art belgisches Landbier.

Wer mit dem Brauen anfängt, der möchte oft nicht viel investieren in Töpfe und Co. Erst einmal schauen, ob es auch wirklich Spaß macht. Und mit den ganzen Formeln und Prozessen ist das auch so eine Sache. Wir haben uns vorgenommen, mit so wenig Material wie möglich – und ohne relativ teures Brau-Starterpaket – ein leckeres Bier zum Nachbrauen herzustellen.

Das Bier ist durchaus gelungen, wir haben aber an zwei Stellen nicht optimal gearbeitet: Bei der Menge und der Zuckergabe. Na ja, der Alkoholgehalt ist mir auch ein wenig hoch. Und wir nahmen uns vor das zu filmen, hatten dann aber doch keine Lust. Ganz einfach. Also stelle ich euch den Ablauf nur recht kurz vor und werde beim nächsten Anfänger-Brau-Guide sehr viel genauer, mit Mengenangaben und allem Drum und Dran.

Anfänger-Ablauf

Wir haben versucht nur Dinge zu verwenden, die jeder in der Küche hat. Und der Gärbottich ist günstig im Baumarkt zu kaufen. In dem Sprüher ist übrigens Isopropanol für die Hygiene, den meisten reicht kochendes Wasser.

Die Utensilien
Die Utensilien

Wir haben relativ viele Sorten Malz verwendet, beim „echten“ Anfängertest, den wir nächstes Mal auf 5 Liter ausrichten, bestellen wir weniger. Es war einfach noch einiges da.

Eingemaischt wurde im sehr großen Topf, und abgeläutert in den großen. Je nach Volumen muss ggf. der sehr große Topf gereinigt und die Würze zurück geschüttet werden, damit der Nachguss noch hinein passt. Das Wasser verteilt sich besser, wenn man es über einen Schaumlöffel gießt.

Maischen und Läutern
Maischen und Läutern

Es gibt drei Hopfengaben, daher sind es hier drei Schälchen, obwohl wir nur zwei Sorten haben. Aber wie schon gesagt, beim nächsten Mal werde ich ganz genau. Am Ende wird alles durch eine Windel oder ein anderes sauberes Tuch gefiltert.

Hopfen in der Würze
Hopfen in der Würze

Dann muss der Sud auf die Temperatur abgekühlt werden, bei der die Hefe lt. Packung arbeitet. Also erstmal Flüssigkeit in den Gärbehälter, und dann die Hefe (ohne Bild) gut einrühren.

Abkühlen und Beigabe von Hefe
Abkühlen und Beigabe von Hefe
Zucker statt Speise
Zucker statt Speise

Nach der Hauptgärung, wenn das Bier in die möglichst sterilen Flaschen gefüllt wird, braucht die Hefe für die Nachgärung noch einmal etwas zu mampfen. Wir machen das mit Speise, das ist aber für Anfänger vielleicht zu aufwändig, und viele nehmen Zucker. Also haben wir das hier auch probiert. Es waren 3 Gramm je 0,5-Liter-Flasche, ohne Berechnung, rein laut Schätzung. Da schreien die Profis entsetzt auf, das kann durchaus auf einen Shitstorm hinauslaufen. Denn bei zu viel Zucker kann das Ganze im wahrsten Wortsinn in die Luft fliegen. Letzteres passierte nicht, aber es hat sich viel Alkohol gebildet, 2 Gramm wären besser gewesen. Beim nächsten Test denken wir daran.

Also, die richtige Anleitung kommt, irgendwann. Versprochen.

Olafs Gedankenspiele

Da ich gerade eine Alkoholpause einlege kann ich aktuell nicht probieren. Olaf hat mir Wissenswertes zu diesem Bier geschrieben:

Das Farmhouse ist ein Landbier mit belgischer Ale-Hefe. Das Aroma ist würzig-pfeffrig mit leichter Frucht; vor allem Banane. Der etwas höhere Alkoholgehalt tut dem Geschmack gut.

Für ein „Bière de Saison“ (ursprünglich belgisches obergäriges heimgebrautes Bauern- bzw. Landbier) ist unser Gebräu ein wenig zu dunkel. Für das entsprechende nordfranzösische „Bière de Garde“ ist es der falsche Hopfen. Na gut, fürs belgische ebenso. Ein feiner Hopfen aus Frankreich, bspw. Strisselspalter, wäre perfekt gewesen. War aber nicht da. Wildhopfen aus der Region wäre noch einen Versuch wert. Der verwendete Hopfen kommt aus Großbritannien (Challenger) und den USA (Horizon), und passt geschmacklich, aber nicht historisch.

Von der Hefe her könnte es auch ein „Bière Blonde“ sein, hier stimmt aber die Farbe nicht.

Aber wir sind ja frei in dem, was wir zu Hause tun. Obwohl: Einschränkungen oder Vorgaben können auch die Kreativität in besonderem Maße steigern. In alten Zeiten waren es vor allem die natürlichen Gegebenheiten, die den Rahmen vorgaben: Es wurde verwendet, was da war. Manchmal ist das auch nicht verkehrt.

Daten und Fakten

Brautag 25.02.2018

  • Malz: Best Red X, Pilsner, Cara Belge, Hafermalz, Cara Crystal
  • Hopfen: Horizon und Challenger (Pellets)
  • Hefe: Mangrove Jack’s M41 Belgian Ale (obergärige Trockenhefe)
  • Ergebnis: Siehe Beschreibug von Olaf oben.
  • Stammwürze: 14,3 %
  • Alkoholgehalt: 6,4 %

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Farmhouse von Möckernbräu

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