Möckernbräu Geile Brause

Wat’n Wit, oder: Geile Brause!

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Ein Witbier wollten wir schon lange mal machen. Es sollte aber besonders sommerlich sein. Also sparten wir nicht bei der Zugabe von Orangenschale. Das Ergebnis erinnerte an Sprudel für Erwachsene.

Unser erstes Wit – mit ganz viel Orange

Grünhopfen

Dieses Witbier war etwas ganz Besonderes. Der Rest unserer 2018er Tettnanger-Ernte wurde hier aufgebraucht. Ansonsten kamen aber nur frisch gekaufte Zutaten hinein: Koriandersamen natürlich, die gehören in praktisch jedes Wit, wir nahmen 20 Gramm. Cumeo-Pfeffer gaben wir zusätzlich hinein, der ist unsere Entdeckung vom Markt. Mit leichtem Grapefruit-Aroma sollte er im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig Pfeffer in den Sud bringen, aber bitte fruchtig dabei. 9 Gramm mörserten wir frisch. Für die Zesten der Bio-Orangen besorgte ich mir extra einen Zestenschneider, damit kaum etwas von dem bitteren Weißen darunter ins Bier gelangt. Davon kamen 50 Gramm hinein. Üblich ist die Verwendung von getrockneter Orangenschale, aber wir entschieden uns für frische.

Unscharfer Koriander, scharfer Cumeo-Pfeffer und Orangenzesten
Unscharfer Koriander, scharfer Cumeo-Pfeffer und Orangenzesten

Typisch für ein helles Witbier ist auch die Zugabe von ungemälztem Weizen. Wir haben Rohfrucht in Form von 1.000 Gramm Weizenflocken hinzugetan, und zusätzlich 500 Gramm Khorasan-Weizen, das ist ein Urweizen. Unter dem Namen „Kamut“ bekommt man ihn in Bioläden. Warum? Keine Ahnung, der Mann fand das irgendwie cool. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Unter anderem ist der Eiweiß-Anteil höher als bei herkömmlichen Weizensorten, so dass dies durchaus auch eine Auswirkung auf das Brau-Ergebnis gehabt haben kann.

Am Ende wurden es rund 24 Liter leckerstes Bier, eine wunderbare Ausbeute.

Das sollte aber noch nicht das Ende unserer Experimentierfreude sein. In vier Flaschen gaben wir direkt Kräuter und Gewürze um zu sehen, wie sich das auf Aroma, Farbe, Schaum und so weiter auswirkt.

Geile Brause Sondertasting
Geile Brause Sondertasting

Aroma-Tests mit Kräutern und Gewürzen

In die Sonderflaschen kamen aus eigener Ernte Rosmarin, Zitronenverbene und Zitronenthymian (mit dem haben wir ja bereits gebraut). Bier Nummer vier wurde mit einem Stück Kurkuma aromatisiert. Wir haben alles vorher mit kochendem Wasser kurz übergossen, um Wildhefen – und natürlich Keime – weitgehend abzutöten.

Die Farben haben sich praktisch nicht unterschieden. Unterschiede liegen hier an den verschiedenen Lichtverhältnissen, und beim Schaum an der Zeitspanne, bis alles eingeschenkt war. Oben ist das Bier vorne das mit Kurkuma, es erscheint vielleicht einen Tick gelblicher, aber nur marginal. Aroma wurde vom Kurkuma kaum abgegeben. Fazit: Kurkuma war zu teuer für den geringen Effekt. Eventuell hätte man mit dünnen Scheiben mehr erreicht. Die Zitronenverbene, eines meiner Lieblingsgewürze, hat sich auch nicht allzu stark durchgesetzt. Ggf. war das einfach zu wenig für die Flasche, ich wollte aber einfach die Pflanze nicht abernten. Mein Favorit war wieder der Zitronenthymian, an dem ich aber auch nicht gespart habe. Lecker. Auch Rosmarin war wieder wunderbar. Wir haben ihn in dieser Form schon mal getestet, aber noch nicht damit gebraut. Wer weiß, vielleicht ist das eines unserer nächsten Projekte?

Geile Brause mit Kräutern und Gewürzen
Geile Brause mit Kräutern und Gewürzen

Auf dem Bild oben seht ihr das, was in den Flaschen war, in getrockneter Form. Den Wespen hat es glücklicherweise nicht so sehr geschmeckt.

Die Zugabe von Kräutern und Gewürzen in ein Bier ist wirklich super um zu sehen, wie sich das Aroma im Bier so macht. Dass Reste der Kräuter schon mal ins Glas plumpsen, damit muss man eben leben. Aber es empfiehlt sich, nicht zu feine Zutaten hinzuzugeben, die man dann unangenehm verschluckt.

Daten und Fakten

Brautag 31.05.2019

  • Malz: Pilsner, Dinkel
  • Hopfen: Tettnanger (getrockneter Hopfen aus dem Garten), Brewers Gold (Pellets)
  • Hefe: Safale K-97 (obergärige Trockenhefe)
  • Sonstiges: Weizen- und Khorasan-Weizenflocken, gestopft mit frischen Bio-Orangenschalen, Koriandersamen und Cumeo-Pfeffer
  • Ergebnis: Das Witbier war im Vergleich zu anderen deutlich fruchtiger, die frische Orange kam stark durch. Auch der Cumeo-Pfeffer, dessen Aroma an Grapefruit erinnert und ansatzweise wie Szechuan-Pfeffer auf der Zunge kribbelt, hat diesen Effekt unterstützt. Ein wunderbar sommerliches Getränk. Für ein ganz typisches Witbier hatte es ein wenig zu viel Farbe (das ist mir wurscht) und ein wenig zu viel Alkohol (eigentlich wollte ich unter 5 % bleiben, aber egal).
  • Stammwürze: 12,8 %
  • Alkoholgehalt: 5,3 %

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