Buddha-Statuen im Höhlentempel

Sri Lanka – Kultur & Natur im Dreieck

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Das erste Mal in Asien, es sollte eine Traumreise werden: Sri Lanka. Eine Rundreise mit dem Rucksack, mit ganz viel Kultur und Natur. Und wunderbaren Menschen.

Ayubowan, mit dieser Begrüßung, die immer passt, wünschen sich die Singhalesen ein langes, glückliches Leben. Das wünsche ich den Menschen dieses traumhaften Landes auch. Und euch, logisch.

Im ersten meiner zwei Berichte geht es um den Weg vom Meer über das Kultur-Dreieck bis ins Hochland. Teil zwei folgt bald, und zeigt Tiere und Traumstrände. Kommt mit mir in das kleine Land im Indischen Ozean!

Strand von Negombo
Strand von Negombo

Ankommen: Negombo und ein bisschen Colombo

Das erste Lion des Urlaubs
Das erste Lion

Unsere Route war nicht außergewöhnlich. Fast alle Reisenden starten in Negombo, wenn sie nicht direkt ins Landesinnere weiterfahren. Denn der Ort nördlich von Colombo liegt nur etwa 20 Autominuten vom Flughafen entfernt. Und wenn es sich auch nicht um den aller-allerschönsten Strand handelt, dann kann man sich dort doch gut akklimatisieren. Und sich an das Lion gewöhnen, das heimische Bier, das bei Colombo gebraut wird. Ein Bier, das man gut sehr kalt trinkt.

Als ich Ende Februar den Friedhof fotografierte ahnte ich nicht, dass sich einen Monat später in der benachbarten Kirche eine Tragödie ereignete: Mehrere Anschläge erschütterten das Land, die ganze Welt. Das Land mit jenen super freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die ich seitdem in mein Herz geschlossen habe. Ihr solltet sie auch kennenlernen.

Negombo ist aus historischen Gründen – Holländer und Portugiesen haben diese Gegend geprägt – sehr katholisch. Gefühlt gibt es mehr Schreine als in Bayern (Bayern und Sri Lanka sind ähnlich groß), aber vielleicht liegt das auch an der farbenfrohen üppigen Gestaltung. Ein Bild davon habe ich nicht für euch.

Negombo - Start einer wunderbaren Reise
Negombo – Start einer wunderbaren Reise

Ansonsten gibt es fast keine Sehenswürdigkeiten in Negombo. Außer die Lagune, aber die folgt Ende des nächsten Berichtes, als Abschluss der Reise.

Am zweiten Tag lernten wir gleich zwei abenteuerliche Reise-Arten kennen: Nach Colombo ging es mit dem Tuk-Tuk, zurück mit dem Bummelzug. Und in Colombo? War nichts los. Full Moon Day! An diesem Tag gibt es nirgends Alkohol zu kaufen, was ja nicht tragisch ist. Fast alle Geschäfte und viele Lokale sind aber geschlossen, Prozessionen finden statt. Ihr solltet vor eurer Reise checken, wann ein möglicher Full Moon Day in eure Reiseplanung passt.

In Colombo gab es neben Galle die einzigen Tuk-Tuk-Fahrer, die etwas zu forsch ihre Dienste als Guides anboten. Ansonsten wurde man oft gefragt, ein Kopfschütteln reichte aber und man wurde nicht belästigt.

Apropos Kopfschütteln: In Sri Lanka heißt dies eigentlich ja, man bedeutet damit Zustimmung. Ich konnte mich daran bis zum Schluss aber nicht wirklich gewöhnen. Wobei das Kopfschütteln der Europäer, das „nein“ bedeutet, eher kantig ist, und das Kopfschütteln der Singhalesen, das „ja“ bedeutet, leicht wiegend. Alles klar?

Colombo schläft am Full Moon Day
Colombo schläft am Full Moon Day

Colombo gefiel uns nicht sonderlich. Wenn die Geschäfte in den geschäftigen Straßen von Pettah offen gewesen wären, dann wäre das aber wohl anders gewesen. Eigentlich wollten wir vor allem die Bahntickets für die geplante Zugfahrt von Kandy nach Ella buchen, ein paar Tage im Voraus. Aber keine Chance, es gab keinen Platz mehr. Und online geht so etwas nicht. Wer den Zug unbedingt nutzen möchte sollte die Vermieter in Negombo bitten, die Tickets vorab zu besorgen. Wir mussten umplanen, aber erst einmal ging es über Dambulla nach Sigiriya.

Ach ja, vorab unser Kneipentipp für Negombo: Im Rodeo gibt es 625ml-Flaschen Bier aller heimischen Marken im Kühler, mit gekühlten Gläsern, und eine richtige Theke. Prost!

Im Höhlentempel von Dambulla
Im Höhlentempel von Dambulla

Kultur-Stopp: Höhlentempel in Dambulla

Das Kulturdreieck von Sri Lanka erstreckt sich zwischen Kandy, Anuradhapura und Polonnaruwa; Dambulla und Sigiriya befinden sich mittendrin. Das Hochland in diesem Gebiet trennt ganz grob die Insel in den Süden, in dem hauptsächlich Singhalesen leben und in dem die Trockenzeit von November bis März dauert (dann ist die beste Reisezeit) und in den Norden. Dort leben mehr Tamilen, die Gegend ist weniger touristisch erschlossen, und die Trockenzeit macht den hiesigen Sommer zur besten Reisezeit. Das Hochland ist ganzjährig gut zu bereisen, allerdings muss auch ganzjährig mit Regen gerechnet werden. Regenschirme können überall gekauft werden, eine leichte Regenjacke im Reisegepäck macht Sinn.

Das Kulturdreick verbindet alte Königs- und Hauptstädte, Tempelanlagen und Heiligtümer.

Das öffentliche Bus- und Bahn-Netz ist unschlagbar billig und verlässlich. Wir nutzten diese Möglichkeit später häufiger, wollten aber auf unserem Weg nach Sigiriya einen Stopp in Dambulla einlegen, und dabei unser Gepäck bewachen lassen. Also orderten wir einen privaten Fahrer, der uns im klimatisierten Van chauffierte und auf dem Weg meine vielen Fragen beantwortete.

Tempel in Höhlen: Kühl und still und einzigartig
Tempel in Höhlen: Kühl und still und einzigartig

In Dambulla ist vor allem der Goldene Felsentempel sehenswert, der auch gerne Höhlentempel genannt wird. Er vereint die großen fünf der rund 80 Höhlentempel in der Gegend, und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im 1. Jh. v. Chr. brachte sich König Valagambahu in diesen Höhlen in Sicherheit, später ließ er die Höhlen zu buddhistischen Tempeln umgestalten. Mehr Infos findet ihr auf dem Blog Unterwegs & Daheim von Nicole.

Trotz vieler Besucher war es eine sehr ruhige Atmosphäre. Der Besuch gehört ganz klar zu den Highlights der Reise. Hätte ich an die Tempelsocken gedacht, dann wäre es noch schöner gewesen, denn barfuß auf den heißen Steinen ist es fast unerträglich. Aber innen konnte man sich abkühlen, und staunen über die vielen Buddha-Statuen. Mal liegend, mal sitzend, mit Opfer-Blumen davor. In einem Tempel wurde gerade gebetet; es handelt sich um einen Ort des lebendigen Glaubens.

Wunderbar ist der Blick in die Ebene, ich konnte Sigiriya Rock sehen – deutlicher als meine Kamera. Da sollte es gleich also hingehen.

Der Tempel von außen
Der Tempel außen

Den Aufstieg fand ich nicht so beschwerlich wie manchmal beschrieben; wie immer in Sri Lanka lohnt es sich aber, früh dort zu sein. Bevor es zu heiß wird. Denn ich habe noch nie so viel geschwitzt wie auf dieser feucht-heißen Insel. Mit einer Ausnahme, aber dazu später. Erst geht es weiter zu einem der bekanntesten Motive der Insel: Zum Löwenfelsen.

Wasserbüffel vor Tempelfelsen
Wasserbüffel vor Tempelfelsen

Von Löwen und Elefanten: Sigiriya

Versuch einer Ballonfahrt
Versuch einer Ballonfahrt

Es war ein Traum: Den Löwenfelsen in Sigiriya, den gegenüber liegenden Pidurangala und die weite Landschaft umzu aus der Luft entdecken, auf einer Ballonfahrt. Damit auch wirklich nichts schiefgeht, hatte ich das schon vorab gebucht. Die Tage waren eng getaktet. Dieser Traum sollte uns ganz schön fordern. Am ersten morgen wurden wir um fünf Uhr abgeholt. Früh, sehr früh. Mit einer Ungewissheit, denn der Wind war stärker als gedacht. Seht ihr die Wolken? Mahmut hoffte bis zuletzt, ließ sogar schon damit beginnen den Ballon vorzubereiten, aber es ging nicht. Safety First. Wir wollten nicht vom Wind nach Indien getragen werden, ohne Visum und Gepäck. Am nächsten Tag wollten wir weiter nach Kandy, aber wir würden es hinbekommen, es morgen noch einmal probieren. Wieder standen wir um fünf an der Straße, zusammen mit der Wilden-Hunde-Gang. Denn morgens tun sich die wilden Vierbeiner mutig zusammen, aggressiv geradezu. Nicht angenehm. Ich verstehe bis heute nicht, wie einige die Hunde streicheln konnten, die überall durchs Land streunern mit ihren Fellbewohnern namens Laus. Also, zweimal umsonst so früh aufgestanden, der Bio-Rhythmus komplett dahin. Tagsüber so müde, dass wir andere Möglichkeiten in der Umgebung nicht richtig erkannten, wie den Park Minneriya. Wir wollten nur schlafen.

Am ersten Tag hatten wir allerdings so die Chance, zu den ersten am Löwenfelsen zu gehören, die Kasse öffnete gerade. Der Weg dahin war noch menschenleer, es wurde vor wilden Elefanten gewarnt, aber nur im Dunkeln. Hm, na ja, etwas hell war es ja schon. Und wieder eine Hunde-Gang, weg da!

Morgens um sieben in Sigirya
Morgens um sieben in Sigiriya
Gruppenalarm in Sigirya
Gruppenalarm in Sigiriya

Das Bild links habe ich nach dem Abstieg aufgenommen – Menschen über Menschen. Jedenfalls im Vergleich zu anderen Orten in Sri Lanka. Da war es bei uns richtig ruhig, und die Temperaturen waren beim anstrengenden Aufstieg besser auszuhalten. Also, macht euch früh auf den Weg …

Sigiriya heißt die Ruinenstadt, der heutige kleine Ort sowie der Monolith, auf dem sich die Ruinen des Tempels befinden. Es handelt sich um den Schlot eines erloschenen Vulkans. Auch diese historische Stätte aus dem 5. Jh. n. Chr. gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aktuelle Infos erhaltet ihr auf der offiziellen Website. Es geht also 200 Meter hoch, auf Treppen, die an den Felsen gebaut sind. Die berühmten barbusigen Wolkenmädchen durfte man leider nicht fotografieren.

Auf dem Tempelfelsen - alte Steine und toller Blick
Auf dem Tempelfelsen – alte Steine und toller Blick

Von den Ruinen hat man nach einer Verschnaufpause einen wunderbaren Rundum-Blick in die weite Landschaft, in der sich viele Elefanten erfolgreich vor uns versteckten, und auf den Pidurangala. Viele besteigen diesen, da er deutlich günstiger und weniger überlaufen ist. Er bietet zudem andersherum einen wunderbaren Blick auf den Löwenfelsen. Ich habe den Besuch trotz der recht hohen Kosten nicht bereut. Ich meine: Ist das ein Blick, oder was?

Auf dem Tempelfelsen in Sigirya
Auf dem Tempelfelsen in Sigiriya

Abends zeigte sich im Ort der Hang zu vielen bunten Lichtern. Im Gegensatz dazu wohnten wir in einem schönen nahezu unbeleuchteten Baumhaus. Dazwischen: Elefantengebiet. Wilde Elefanten sollen sogar mal durch den Garten des Hauses spaziert sein. Also Obacht beim Weg zur Toilette. Wir begegneten aber nur einem Frosch.

Zwischen Baumhaus und Ortskern - wilde Elefanten
Zwischen Baumhaus und Ortskern: wilde Elefanten

Mein Kneipentipp: Das Rasta Rant. Die coolste Location; leider schätzen auch die wilden Hunde die Sitzgelegenheiten. Der Weg zum Klo ist ein eigenes Abenteuer. Gegenüber wird im Fluss immer der Elefant gewaschen, auf dem man auch reiten kann. Seine eigenen Ketten legt er sich danach mit dem Rüssel selbst um den Hals, das war für mich ein trauriger Anblick. Einige Touristen helfen beim Waschen, ich freute mich aber auf Elefanten in freier Wildbahn. Da sie mir im eigenen Garten und auf unserem nächtlichen Spaziergang (wohl glücklicherweise) verwehrt blieben, sollte es später noch auf Safari gehen. Hätten wir nicht verschlafen und das Angebot eines Jeep-Fahrers für den Trip nach Minneriya angenommen, dann hätten wir uns den Stopp in Udawalawe sparen und mehr Zeit in den Bergen verbringen können, aber darüber mehr im nächsten Bericht. Erst einmal ging es weiter in die alte Königsstadt Kandy.

Der berühmte See in Kandy
Der berühmte See in Kandy

Von Zähnen und Königen: die alte Hauptstadt Kandy

Fliegende Totenköpfe als Tuk-Tuk-Deko
Fliegende Totenköpfe als Tuk-Tuk-Deko

Kandy bildet den südlichen Punkt des Kulturdreiecks. Es handelt sich um das quirlige Zentrum der Insel. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen. Ich nahm die Gelegenheit wahr, eines der Tuk-Tuks mit meiner Lieblingsdeko aufzunehmen: Totenköpfe! Solch ein Tuk-Tuk kostet übrigens knapp 8.000 Dollar inklusive Überführung aus Indien. Das muss man erst einmal wieder verdienen.

In Kandy konnten wir wunderbar unserer neuen Leidenschaft frönen, Samosas und Rolls, scharfe Teilchen auf die Hand. Und Maracuja-Saft. Yummy! Am besten ist der Eckladen neben dem Schilderwald, gegenüber des Zahntempels. Oder kennt ihr einen besseren?

Schilderwald und Teilchentraum
Schilderwald und Teilchentraum

Wir gingen tatsächlich mal auf das Angebot eines Tuk-Tuk-Fahrers ein und ließen uns für wenig Geld durch die Stadt kutschieren. Erst ging es einen Hügel hinauf zur weithin sichtbaren Buddha-Statue: Sri Maha Bodhi Viharaya, etwa 2 km vom Zentrum entfernt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Und ja, man könnte den Weg auch laufen. Muss man aber nicht. Da fällt mir ein: Für die obligatorische Spende gab es sogar eine Bescheinigung, die wir aber dem Finanzamt vorenthalten haben.

Bahirawakanda Vihara Buddha Statue in Kandy
Bahirawakanda Vihara Buddha Statue in Kandy

Weiter ging es zu einem „Herbal and Spice Garden“ in der Nähe der Stadt. Ein deutschsprachiger Guide führte uns und erklärte viel, aber es war schon, wie so oft berichtet wird, am Ende eine Verkaufsveranstaltung, und die Produkte waren überteuert. Es soll ganz gute Gärten in Matale geben, auf dem Weg nach Kandy sind wir daran vorbei gefahren. Hätten wir uns mal besser informiert und dort einen Stopp eingelegt, ein wenig ärgerte ich mich schon. Aber ihr könnt es ja besser machen.

Gewürz- und Heilkräuter-Garten bei Kandy
Gewürz- und Heilkräuter-Garten bei Kandy

Das Highlight in Kandy ist aber wohl der Zahntempel, der mitten in der Stadt am See liegt: Sri Dalada Maligawa. In ihm soll der linke Eckzahn des Buddha Siddhartha Gautama aufbewahrt werden, eine sehr bedeutende Reliquie für die Buddhisten. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Tempel von Buddhisten und Hinduisten, daneben eine Kirche und eine Moschee: alle vier Weltreligionen vereint. Uns wurde freudig das friedliche Miteinander der Religionen an diesem Ort erklärt. In einer Zeit nach dem langen Bürgerkrieg und vor den Anschlägen. Für den Tempel-Komplex solltet ihr euch etwas Zeit nehmen. Und passendes Geld dabei haben, denn der Automat wechselt nicht.

Feuer und Rauch im Zahntempel
Feuer und Rauch im Zahntempel

In der Mitte des Goldenen Schreins soll der heilige Zahn, Dalada genannt, aufbewahrt werden. Dreimal täglich erhaschen die Pilger in einem langen Strom einen Blick in die Kammer, in der dieser Zahn unter sieben goldenen Dagobas liegt. Wir haben uns auch eingereiht, aber wenig gesehen. Gehört haben wir dafür deutlich die Männer, die die Menschen antrieben doch schneller vorbei zu gehen.

Schon vor dem Tempel sind überall die Opferblumen zu kaufen, inmitten lauter Wespen. Innen ergibt sich ein wunderbares Bild, bis man sieht, wie die Blumen und andere Opfergaben im Müll landen. Aber was soll man machen, wenn der Tisch täglich laufend überhäuft wird, irgendwann passt halt nichts mehr drauf. Die Geste ist das, was zählt.

Obwohl es am goldenen Schrein unglaublich lebhaft zugeht schaffen es die Gläubigen, sich am Boden sitzend ganz ihrem Glauben und dem Gebet zu widmen. Aus Respekt habe ich dieses wunderbare Bild nicht fotografiert, die besondere Stimmung kann ich sowieso nicht einfangen. An die erinnere ich mich aber gerne. Und ihr? Müsst eben hinfahren.

Sri Dalada Maligawa - Zahntempel in Kandy
Sri Dalada Maligawa – Zahntempel in Kandy
Wandmalerei im Zahntempel - Elefanten überall
Wandmalerei im Zahntempel – Elefanten überall

Wie überall auf der Welt ist auch hier der Besuch des Marktes spannend. Ich liebe es zu schauen, was es alles für Waren zu kaufen gibt. Und das Treiben zu beobachten. Die Kandy Market Hall sollte man auf jeden Fall besuchen, sie liegt ganz zentral in der Stadt.

Obst und Gemüse ohne Ende
Obst und Gemüse ohne Ende

Den Engländern sei Dank – überall gibt es Rote Bete. Typisch sind aber auch getrockneter Fisch, Linsen und andere Hülsenfrüchte oder Chilis. Und das Obst schmeckt einfach ungleich besser dort als die Import-Ware bei uns, seien es Bananen, Mangos oder Ananas. Das perfekte Frühstück besteht eigentlich aus einem Obstteller und etwas Roti.

Auf dem Markt von Kandy
Auf dem Markt von Kandy

Und nun meine Tipps für alle, die mal ein Bier trinken möchten, denn das ist dort ähnlich schwer zu finden wie guter Kaffee: The Pub – mitten im Zentrum mit schönen Plätzen auf der Außenterrasse – ist wohl mein Favorit. Im Victory Hotel & Bar war es nett, aber besser zum Essen als nur für einen Drink. Die Dachterrasse, von der ich das folgende Bild gemacht habe, heißt Slightly Chilled Lounge Bar and Restaurant. Wir haben an einem der langen Tische draußen ganz viel über Kühe in Sri Lanka (die sind ein Rassen-Mischmasch, weil alle Kirchen ihre Kühe mitgebracht haben) von lustigen Kuh-Experten aus Neuseeland erfahren.

Abendlicher Blick auf Kandy
Abendlicher Blick auf Kandy
Bunt, bunter, Bus!

Mein Fazit: Kandy kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Wenn man woanders Tempel besucht und einen lokalen Markt, dann ist es nicht schlimm, diese Stadt zu ignorieren, oder ihr nur einen eher kurzen Besuch abzustatten. Mir hat ein wenig Trubel allerdings ganz gut zwischendurch gefallen.

Weiter ging es mit einem der kunterbunten Busse, in denen die Musik laut und die Menschen leise sind, nach Ella. Genau, nicht mit dem Zug, da gab es ja keine Tickets mehr. Das Erlebnis haben wir später aber anders nachgeholt. An den trubeligen Busbahnhöfen kann übrigens nichts passieren: Jeder hilft dabei den richtigen Bus zu finden, ohne dass ein Trinkgeld erwartet wird und absolut verlässlich. Wir waren begeistert.

Grüner Tee und blauer Himmel
Grüner Tee und blauer Himmel

Berge, Züge, Landwirtschaft: Im Hochland rund um Ella

Ravana Falls - Wasserfall an der Hauptstraße
Ravana Falls – Wasserfall an der Hauptstraße

Als wir in Ella ankamen, war das ein Kulturschock: Ein kleiner Ort voller Touristen und Restaurants, der sich hinter dem Tunnel zeigte. Hier hatte die Suche nach Bier, die wir aus Kandy kannten, ein Ende. Erst einmal hieß es aber, das Gästehaus in den Bergen zu finden. In die Waterfall Road mussten wir, aber der Tuk-Tuk-Fahrer fuhr viel zu weit in die Road am Waterfall: Er dachte, wir wollten uns die Ravana Falls ansehen. Nun erklärte sich auch der überhöhte Preis. Als wir ankamen, war sein Benzin fast leer. Hoffentlich hat er es zurück in den Ort geschafft.

Vom Gästehaus hatten wir einen wunderbaren Blick auf die beiden Berge, die in der Regel dort bestiegen werden: Little Adams Peak und Ella Rock. Wir entschieden uns den erstgenannten, zu dem wir erst durch den Ort gehen mussten – und dorthin ging es stets auf Bahnschienen. Unser Gastgeber gab uns einen handgemalten Plan mit den Zugfahrzeiten. Man hört die Züge eigentlich rechtzeitig; die Zeiten sind eher wichtig um einen Zug eindrucksvoll fotografieren zu können. Für den nächtlichen Rückweg sei empfohlen, eine Taschenlampe mitzunehmen.

Blick vom Gästehaus auf Little Adams Peak - dahin geht es zuerst auf den Schienen
Blick vom Gästehaus auf Little Adams Peak – dahin geht es zuerst auf den Schienen

Die Bremer Stadtmusikanten, die in diesem Jahr ihren 200sten Geburtstag feierten, kamen mit auf die kleine Wanderung, die hauptsächlich durch Teeplantagen führt, bis es dann steiler wird. Eine wirklich lohnende Tour, und verlaufen kann man sich auch nicht. Der Weg zum Ella Rock ist anstrengender und weniger deutlich erkennbar.

Oben auf dem Little Adams Peak - mit berühmten Bremern
Oben auf dem Little Adams Peak – mit berühmten Bremern

Im Anschluss ging es direkt zur Nine Arch Bridge, durch ein kleines Waldstück. Wenn man Glück (und den Plan vergessen) hat kommt gerade ein Zug. Es gehört irgendwie dazu, die Brücke auf den Schienen zu überqueren, um sich alles auch von der anderen Seite anzusehen.

Nine Arches Bridge bei Ella - natürlich mit Zug
Nine Arch Bridge bei Ella – natürlich mit Zug
Arbeit: Tee pflücken und Instagram-Foto aufnehmen
Arbeit: Tee pflücken und Instagram-Foto aufnehmen

Es war kurios: Man konnte bei den touristischen Highlights häufig genau sehen, wie sich Instagrammer so in Szene setzen, wie man es hundertfach dort auf Fotos sieht. Wie die beiden hier zwischen dem Tee, im Hintergrund ist dann die Brücke zu sehen, ich habe das Ergebnis schon vor Augen. Was die Frauen wohl denken, die nebenan hart arbeiten? Na ja, hin und wieder verdienen sie sich wohl ein paar Rupien als Fotomotiv. Die Brücke und der Platz über der Teeplantage sind ein Beispiel für einen Top-Instagram-Hotspot. Aber es ist dort auch wirklich wunderschön, und von Overtourism kann man noch nicht sprechen. Sri Lanka sollte aufpassen, den Tourismus sachte in die richtigen Bahnen zu lenken.

Traumhafte Landschaft an der Nine Arches Bridge
Traumhafte Landschaft an der Nine Arch Bridge

Auf den Schienen ging es zurück zum Ort und weiter zum Gästehaus. An einer glücklicherweise sehr breiten Stelle kurz hinter einem Tunnel passierte es dann tatsächlich: Ein Zug kam, wir mussten fix Platz machen. Der Zug hätte auf jeden Fall bei einem Kräftemessen gewonnen.

Wald, Vogel und - Achtung: Zug!
Wald, Vogel und – Achtung: Zug!
Zum Bahnhof laufen - mal anders
Zum Bahnhof laufen – mal anders

Am nächsten Tag ging es bei mäßigem Wetter – natürlich auf den Schienen – bis zum Bahnhof. Gut, ist nicht erlaubt, aber was solls. Wir fuhren mit der Bahn von Ella durch Hortain Plains nach Nanu Oya. Von dort aus geht es mit dem Bus oder Tuk-Tuk nach Nuwara Eliya. Es soll das schönste Stück sein, und in dieser Richtung ist die Bahn nicht so voll wie von Norden nach Süden. Das war wirklich eine gute Entscheidung, statt 6 Stunden nur rund 2,5 Stunden, wenn ich mich richtig erinnere. Und das reicht wirklich. Wir kauften Tickets für die 3. Klasse und mit Reservierung, das war aber Quatsch. Zumindest an dem Tag. Ohne Reservierung hätten wir prima bei den Einheimischen sitzen können, wir hätten uns die Wunschplätze aussuchen können. So aber mussten wir im Touristen-Abteil sitzen.

Zug im Nebel
Zug im Nebel

Die Gegend rund um Haputale und in den Hortain Plains sah, wenn man sie sah, traumhaft aus. Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann hätten wir hier wunderbar zu Worlds End wandern können, durch den speziellen Nebelwald. Ein Tag weniger in Kandy, einer mehr in Ella, und es hätte gepasst. Aber eine Verlängerung hätte die Pläne zu sehr durcheinander gebracht, und das Wetter war wirklich bescheiden, regelrecht kühl. Bei Regen hätten wir dazu am nächsten Tag auch keine Lust gehabt. Der Schönwetter-Tipp: Mit dem Zug von Ella bis Horton Plains, Wanderung Richtung Worlds End, mit dem Tuk-Tuk zurück und den Fahrer bitten, eine besonders schöne Strecke über Haputale zu fahren.

Begegnungen mit Landschaft, Leuten und Tunnelwänden
Begegnungen mit Landschaft, Leuten und Tunnelwänden
Typisch: Auf-Brücke-aus-blauem-Zug-Foto
Typisch: Auf-Brücke-aus-blauem-Zug-Foto

Auch während der Zugfahrt konnte man beobachten, wie sich immer wieder Touristen aus dem Zug lehnten, viel weiter als hier sichtbar. Es soll da schon einige Unfälle gegeben haben, aber man sieht es auf Instagram immer wieder. Ob sich auch schon mal jemand an einem der schmalen Tunnel den Kopf gestoßen hat? Auch diese Stelle auf der Brücke habe ich schon häufiger gesehen, es kam mir dort nicht neu vor.

Blühende Landwirtschaft: Tee, Gemüse, Reis - und Schwarzbunte
Blühende Landwirtschaft: Tee, Gemüse, Reis – und Schwarzbunte

In dieser Gegend scheint wirklich alles zu wachsen, ein Garten Eden. Eigentlich war es auf unserer ganzen Route unfassbar grün (am Anfang auch die Reisfelder, doch als ich diese später in Szene setzen wollte waren sie gerade abgeerntet). Aber hier war es noch ein wenig grüner als anderswo. Was es mit dem Edinburgh-Schriftzug im Tee auf sich hat, das kann ich euch aber nicht sagen. Wohl ein Relikt der Kolonialzeit, irgendein Schotte machte in Tee oder so.

Tee in Edinburgh?!
Tee in Edinburgh?!

Manche Touristen reisten scheinbar nur mit Flip-Flops, Shorts und Top. Abends war es an diesem Tag wirklich frisch, so dass einige sich mit dem Handtuch aus ihrer Unterkunft über den Schultern wärmten. Eine Regenjacke und lange Hosen sind wirklich nicht verkehrt. Ach ja, zurück kamen wir mit King Sudu, dem wohl rasantesten Tuk-Tuk-Fahrer der Insel, in 2 Stunden für 4.500 Rupien. Denn die Busse, die im Reiseführer standen, fuhren nicht. Und wir strandeten direkt in der Bierbar. Da wurde jedenfalls nicht so laute Musik gespielt wie in den meisten Lokalen des Landes. Statt dessen sah man Tierfilme.

Nachtleben im kalten regnerischen Ella
Nachtleben im kalten regnerischen Ella

Falls ihr euch fragt, warum wir nichts von Nuwara Eliya zeigen: Wir fanden den Ort echt öde, eine Enttäuschung. Nee, ich habe kein schönes Bild für euch.

Kulinarik: Ein Traum für Vegetarier

Für Vegetarier ist es unendlich entspannt in Sri Lanka, überall wird man fündig. Da gibt es natürlich Rice and Curry in unendlich vielen Varianten – irgendwie war ich aber immer zu hungrig und habe angefangen zu genießen, bevor ich den Fotoapparat herausgeholt hatte. Yummytravel und Fineway haben schöne Berichte zum Essen in Sri Lanka geschrieben.

Was ihr hier seht sind zwei Frühstücksvarianten, in der Mitte Curd und Kaffee. Guten Kaffee zu finden, das ist gar nicht so leicht. In Mirissa gibt es gleich zwei Kaffeeläden: Buds & Beans und Starbeans; letzteren gibt es auch in Ella. Tee haben wir irgendwie sehr wenig getrunken, und auch keine Teeplantage besucht. Da war uns einfach nicht nach, auch wenn so etwas für viele dazu gehört. Was ansonsten ganz toll ist, das sind beispielsweise Rolls und Samosas, sogenannte Short Eats. Snacks für zwischendurch, schön scharf. Apropos Schärfe: Diese war uns nie zu heftig, und hat unsere Mägen scheinbar gewappnet, denn wir hatten keinerlei Probleme. Auch nicht nach frittierten Samosas vom Busbahnhof-Straßenstand.

Leckereien für Frühstück und Nachtisch
Leckereien für Frühstück und Nachtisch
Lieblingsessen: Günstige und leckere Teilchen am Straßenrand
Lieblingsessen: Günstige und leckere Teilchen am Straßenrand

Inzwischen hat übrigens in Bremen das Sri-Lankan-Imbiss-Lokal Vegano eröffnet, in dem es ebenso Rolls, Samosas und Dosa gibt. Alles schmeckt exakt wie im Urlaub, und ich höre die Sprache so gerne; seitdem kann ich an diesem Laden am Eck nicht mehr einfach vorbeigehen. Die bisherigen mäßigen Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen.

Und noch ein Hinweis: Einmal habe ich schon ein kleines bisschen über Sri Lanka geschrieben, denn ich habe mit Jackfrucht und Chili aus dem Urlaub ein Bier gebraut: Möckernbräu Tuk-Tuk.

Im Ländervergleich Sri Lanka-Deutschland findet ihr noch einige interessante Daten und Fakten. Und nachfolgend unsere Reiseroute. Beschrieben ist die Tour von A nach D. Hoffentlich bald folgt Teil 2 des Berichts, mit Tieren und Stränden.

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Sri Lanka - Kultur und Natur im Dreieck

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